Viele Begriffe, viele mögliche Einflussfaktoren, ein Ergebnis: Plötzlich auftretende schwarze Staubablagerungen in der Wohnung.

Dem Phänomen der „Schwarzen Wohnung“ wird seit Mitte der 90-er Jahre verstärkt nachgegangen. Innerhalb weniger Tage bis Wochen setzen sich schwarze, schmierige Beläge auf verschiedenen Flächen in der Wohnung ab. Manchmal ist hiervon nur ein Raum, oft genug aber auch mehrere oder gar alle Räume betroffen.

In fast allen Fällen wird dann versucht, diesen „Schmutz“ zu beseitigen: entweder durch Putzen oder neu Streichen bzw. Tapezieren. Reinigen lassen sich aber nur glatte, inerte Flächen, bei Tapeten oder Textilien funktioniert das aber eher selten und auch der Erfolg durch Renovieren ist oft genug nur von kurzer Dauer.

Wie und wann aber kommt es zu den schwarzen Ablagerungen?

Das Phänomen tritt fast ausschließlich in der ersten Heizperiode nach eben solchen Renovierungen oder bei neu errichteten Wohnungen auf. Ein Grund dafür sind schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC), die aus den bei der Renovierung verwendeten Produkten langsam und über lange Zeiträume ausgasen. Dabei handelt es sich insbesondere um Weichmacher (Phthalate), langkettige Alkane, höhere Alkohole, Fettsäuren und Fettsäureester, die sich in der Raumluft ansammeln.

Enthalten sind diese SVOC in einigen Farben und Lacken, in Fußbodenklebern, PVC-Bodenbelägen, Vinyltapeten, Kunststoff-Dekorplatten, Holzimitat-Paneele, aber auch in Kunststoffoberflächen von Möbeln. Auch „umweltfreundliche“ Farben müssen nicht frei von Weichmachern sein und enthalten oft höher siedende (> 200°C und damit langsamer ausgasende) Lösemittel. Die Kenzeichnung als „lösemittelfrei“ bedeutet aber nur, dass keine Stoffe enthalten sind die einen Siedepunkt < 200°C besitzen.

Die SVOC lagern sich an Schwebstaubteilchen im Raum an und führen zu einem Zusammenbacken kleinerer Partikel zu größeren Teilchen, die sich dann als schmierige Beläge in der Wohnung absetzen können (Fogging-Effekt). Staubpartikel können aber auch entlang von weichmacherhaltigen Oberflächen als schmierige Beläge anfallen (Klebefilm-Effekt).

Der Eintrag „foggingaktiver“ Substanzen allein ist aber nur einer von mehreren Einflussfaktoren, die zusammenkommen müssen, bevor es zu den plötzlichen schwarzen Staubablagerungen in der Wohnung kommt.

Neben den schon erwähnten Renovierungseinflüssen und der zusätzlich in manchen Teilen der Raumausstattung enthaltenen Weichmacher spielen auch folgende Einflussfaktoren eine entscheidende Rolle dabei, ob Fogging auftritt oder nicht:

– die Raumnutzung (Öllämpchen, rußende Kerzen, periodisches Heizen, unzureichendes Lüften, erhöhte Staubkonzentration in der Raumluft),

– Raumklima und Witterung (zur geringe Luftfeuchtigkeit, erhöhte Elektrostatik in der Raumluft),

– bauliche Gegebenheiten (Wärmebrücken, kalte Wandflächen, ungünstige strömungstechnische Einflüsse, intensive Abdichtung der Gebäudehülle und damit Verringerung des natürlichen Luftaustauschs).

Welche dieser Einflussfaktoren aber letztendlich zusammenkommen müssen, um die schwarzen Staubablagerungen auszulösen, ist weiterhin nicht völlig geklärt. Oft genügt es aber, einzelne Faktoren zu beseitigen, damit das Problem nicht wieder auftritt. Aufwendige chemische Untersuchungen sind dabei i.d.R. nicht notwendig. Allerdings sollte zumindest geklärt werden, ob Verbrennungseinflüsse eine Rolle spielen oder nicht, vor allen Dingen, wenn dies möglicherweise zu rechtlichem Streit zwischen Mieter und Vermieter führt.

 

Literatur: Handbuch für Bioklima und Lufthygiene, ecomed-Verlag.

 

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(2006-08-04)