NÖ Wirtschaftspressedienst Nr. 1.002 vom 16.1.2009

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Diesmal aus Müllers Büro:
o NÖ Cluster-Initiativen schnüren neue Angebotspakete
o Wienerwald als neuer Horst für Skisprung-Adler?
o Weltneuheit aus dem Mostviertel rettet Geistesblitze
o VP-Gemeindevertreter rufen nach Sozialdienst
o Ballsaison bringt NÖ Sekthersteller in Feierlaune
o „Hausverlosungen sind nicht mehr als ein guter Gag²
o Casino Baden setzt 2009 auf mehr internationale Gäste
o Kremser Wirtschaft wird 2009 die Ärmel hochkrempeln
o Flughafen Schwechat kratzt an der 20-Millionen-Marke
o Niederösterreichs Schrottberge wachsen in den Himmel
o Festspiele Reichenau fordern Beherbergungsoffensive
o Stockerauer Werkstatt zaubert Modisches aus dem Hut
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NÖ Cluster-Initiativen schnüren neue Angebotspakete
Mit einem Bündel an gezielten Maßnahmen wollen das Land Niederösterreich und seine Cluster-Initiativen die Auswirkungen der heranziehenden Wirtschaftsflaute abfedern. Die bestehenden Unternehmensnetzwerke, die die Aktivitäten von 500 heimischen Betrieben mit über 71.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von zwölf Milliarden Euro steuern, hätten sich in der Vergangenheit sehr bewährt, erklärt NÖ Wirtschaftslandesrat, Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann. Jetzt gehe es darum, dafür zu sorgen, dass „unsere Betriebe in der Zukunft für den zu erwartenden konjunkturellen Wiederaufschwung besonders gut aufgestellt sind und die bestmöglichen Rahmenbedingungen vorfinden. Denn die, die jetzt investieren, sind die Gewinner von morgen.“
Die geplanten Vorhaben skizziert Helmut Miernicki, Hauptgeschäftsführer der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus. So werden sowohl die Mitglieder des Wellbeing-, als auch des Logistik-Clusters ihre innerbetrieblichen Abläufe auf mögliche Kosteneinsparungen durchleuchten. „Insbesondere die verladende Wirtschaft, Frächter und Spediteure können in diesem Punkt noch eine Menge herausholen“, meint Miernicki.
Der Kunststoff-Cluster baue nun gerade mit seinen Projekten ein neues Stärkefeld zum Thema Biokunststoff auf, der Automotive-Cluster Vienna Region widme sich der „Qualifizierung in der Kurzarbeit“ und der Bau.Energie.Umwelt-Cluster halte die „Kompetenzsteigerungsinitiative Althaussanierung“ ab, berichtet Miernicki. Dabei ist das Interesse der Bauwirtschaft enorm: Zum Thema „Thermische Althaussanierung“ haben sich bereits 46 Kompetenzpartner ausbilden lassen.
Generalsponsor der ecoplus-Netzwerke und -Cluster ist die Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien. Deren Generaldirektor Erwin Hameseder untermauert die Bedeutung dieser Initiativen – auch zum Wohle des eigenen Unternehmens – mit Zahlen: „Rund die Hälfte aller KMU in Niederösterreich zählt zu unseren Kunden. Sie erbringen eine jährliche Betriebsleistung von 25,5 Milliarden Euro und zahlen Löhne und Gehälter in Höhe von 5,2 Milliarden aus. Die RLB NÖ-Wien werde die Cluster-Initiativen des Landes weiter begleiten, denn „wenn es den niederösterreichischen Unternehmen gut geht, geht es uns als Finanzdienstleister auch gut“, betont Hameseder. (mm)
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Wienerwald als neuer Horst für Skisprung-Adler?
Die Idee des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl, in Nähe der Bundeshauptstadt eine Skisprung-Schanze für Weltcup-Bewerbe zu errichten, stößt auch bei Thomas Ram, Sprecher der „Jungen Wirtschaft“ im Bezirk Wien-Umgebung, auf positive Resonanz. „Nach Vorbild von Bischofshofen könnte man im Wienerwald eine Naturschanze mit flachem Anlauf und langem Schanzentisch bauen. Da muss überhaupt nichts betoniert werden. Im Prinzip reicht ein Hügel mit Anlaufspur und eine Wiese darunter“, meint Ram im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Nach Ansicht Rams hätte das Projekt einer Skisprung-Schanze im Wienerwald gleich in mehrfacher Hinsicht Charme: „Durch die großen Erfolge von Loitzl, Schlierenzauer, Morgenstern und Co. interessieren sich in jüngster Zeit auch immer mehr Jugendliche aus Niederösterreich und Wien für diesen Sport. Allerdings müssen sie jetzt mangels Schanze bis ins steirische Mürzzuschlag fahren, wenn sie trainieren wollen.“
Um das Vorhaben zu verwirklichen, sollten die Länder Niederösterreich und Wien an einem Strang ziehen und auch versuchen, den Bund mit ins Boot zu holen. „Größter Grundbesitzer im Wienerwald sind die Bundesforste. Sie können bestimmt ein geeignetes Gelände für die Skisprung-Schanze zur Verfügung stellen“, meint Ram.
Neben den sportlichen erwartet sich der Sprecher der „Jungen Wirtschaft“ von der Anlage auch viele positive ökonomische Effekte. „Ein Weltcup-Skispringen mit allen Stars in unmittelbarer Nähe zu einer Millionenstadt wird bestimmt zigtausende Fans anlocken. Man muss sich ja nur anschauen, was jedes Jahr im März auf dem Holmenkollen in Oslo los ist“, zieht Ram einen Vergleich zur norwegischen Metropole. (mm)
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Weltneuheit aus dem Mostviertel rettet Geistesblitze
Eine echte Weltneuheit hat das Unternehmen „Art of Time“ aus St. Valentin im Bezirk Amstetten entwickelt und bringt sie nun erfolgreich auf den Markt: den ersten USB-Stick mit eingebautem Mikrofon. Das Gerät mit dem Namen „InstantVoiceMemo“ erlaubt die Aufzeichnung von gesprochenen Texten, die dann über jeden gewöhnlichen Computer abgespielt, gespeichert oder via e-mail an andere Empfänger weiterversendet werden können.
„Im Gegensatz zu herkömmlichen Diktaphonen oder Mobiltelefonen mit Sprachaufzeichnungsfunktion ist InstantVoiceMemo viel einfacher und schneller zu bedienen. So kann man spontane Einfälle oder plötzlich Gelesenes leicht akustisch festhalten. Und später lassen sich diese gespeicherten Informationen dann bequem abrufen“, erklärt „Art of Time“-Geschäftsführer Klaus Schütz im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Anfang vergangenen Jahres hat die Mostviertler Firma einen Prototypen ihrer Entwicklung erstmals auf Europas größter Werbeartikelmesse in Düsseldorf dem Fachpublikum vorgestellt. Seit September 2008 ist „InstantVoiceMemo“ nun definitiv auf dem Markt und konnte innerhalb von nur drei Monaten bereits 10.000 mal verkauft werden. „Die Nachfrage nach dem Gerät ist sehr groß. Ich schätze, dass wir heuer mindestens 100.000 Stück davon werden absetzen können“, so Schütz.
Zur Zeit vertreibt „Art of Time“ die audio-tauglichen USB-Sticks nur über Werbeartikelunternehmen sowie über den hauseigenen Online-Shop im Internet. Dort kostet „InstantVoiceMemo“ mit einem Gigabyte Speicherplatz 35 Euro, mit zwei Gigabyte 45 Euro. Gefertigt werden die mit einem Mini-Akku betriebenen Geräte, die in jede Hemd- oder Hosentasche passen, von einer Partnerfirma in China. 90 Prozent der Ware gehen ins EU-Ausland, vor allem nach Deutschland, Spanien und Großbritannien.
„InstantVoiceMemo“ ist als Marke sowohl in Österreich als auch international patentrechtlich geschützt. Für seine Erfindung sieht Klaus Schütz primär im Export große Chancen, weil „der österreichische Markt doch eher klein ist“. Freilich hat der Mostviertler High-Tech-Betrieb auch hierzulande schon namhafte Referenzkunden, wie z.B. einen bekannten Kabarettisten, der den USB-Stick mit seinen neuesten Gag-Ideen bespricht. (mm)
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VP-Gemeindevertreter rufen nach Sozialdienst
„Niederösterreichs Gemeinden können trotz der Konjunkturflaute mit Optimismus in die Zukunft schauen², so Alfred Riedl, Präsident  des ÖVP-Gemeindevertreterverbandes in Niederösterreich. „Wir haben uns 2008 eine gute Ausgangsbasis geschaffen, darauf können wir aufbauen², sagte Riedl beim Neujahrsempfang des Verbandes in St. Pölten. Dort ließ er auch mit einigen Forderungen aufhorchen, die wohl noch für Gesprächsstoff sorgen werden.
So regt der VP-Bürgermeister von Grafenwörth einen Sozialdienst an. „Darüber müssen wir reden und nachdenken, bevor der Zivildienst möglicherweise abgeschafft wird², sagt Riedl, der insgesamt „mehr Solidarität in der Zivilgesellschaft² einfordert. Riedl kann sich diesen Sozialdienst auch für Frauen vorstellen. „Es gibt kein fixes Modell, ich halte es aber für wichtig, dass wir jetzt ­ in Zeiten wie diesen ­ darüber zu reden beginnen.²
Gleichzeitig tritt der VP-Gemeindevertreter im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst auch für „mehr interkommunale Solidarität² ein. Es sei klar, „dass wir auf Gemeinde-Ebene Gunstlagen und Ungunstlagen haben, wir brauchen einen interkommunalen Ausgleich², so Riedl: „Wir müssen nachdenken, wie wir das leben können. Das wird länger dauern, aber auch hier ist die Zeit reif, um die Debatte jetzt zu beginnen. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen², betont er. Riedl kann sich hier „einen eigenen Pool² vorstellen, der aus verschiedenen Quellen befüllt wird.
Eine klare Forderung richtete Riedl in diesem Zusammenhang an den Bund. „Wir brauchen ein klares Bekenntnis des Bundes zum ländlichen Raum. Wenn der ländliche Raum dem Bund etwas wert ist, wird er vor allem für die kleinen Gemeinden mehr tun müssen², so der GVV-Präsident. 
Schon jetzt regt Riedl mehr Kooperationen unter den Gemeinden an. „Das Jahr 2008 hat uns die Absicherung unserer Grenzen gebracht², diese Absicherung sei jetzt eine gute Grundlage für Kooperationen. „Intensives gemeinsames Arbeiten ist gefordert², sagt Riedl seinen Bürgermeister-Kollegen und Gemeindevertretern. Und streut ihnen dann auch – wirtschaftliche ­ Rosen: „Die Gemeinden haben insgesamt sehr sparsam gewirtschaftet, die interne Kostenentwicklung war sehr gering. Auf der anderen Seite haben wir uns als Wirtschaftsmotor bewährt², betont der VP-Mandatar: „Die Gemeinden in Niederösterreich haben zuletzt 400 Euro pro Kopf investiert, das ist mehr als doppelt so viel wie in anderen Bundesländern.²
„Solide, konsequente, handfeste Arbeit wird auch in der Politik bedankt², betonte Landeshauptmann Erwin Pröll gegenüber seinen Bürgermeistern. Eine derartige Arbeit sei auch „die beste Basis für politische Erfolge², meinte er im Hinblick auf die nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2010. Pröll sprach von einer „Konjunkturdelle², mit der das Land nun umzugehen habe. „Wir haben im Vergleich zu vielen anderen Regionen in Europa aber einen Startvorteil², sagte der Landeshauptmann.
Pröll und Riedl stärkten den Gemeindevertretern schließlich den Rücken, was die im Herbst beschlossene Aufstockung der Entlohnung betrifft. „Das ist auch ein Angebot an die Jugend, sich für die Arbeit in der Gemeinde zu interessieren. Gesellschaftliches Engagement wird damit nicht mehr bestraft², so Riedl. Und Pröll sagte zu den Bürgermeister-Gehältern: „Wir brauchen in den Gemeinden qualifizierte Leute; und die verdienen sich ein ordentliches Salär. Die Bürger verstehen das.² (au)
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Ballsaison bringt NÖ Sekthersteller in Feierlaune
Die vergangenen Feiertage und die angelaufene Ballsaison versetzen die niederösterreichischen Sekthersteller in Jubelstimmung. Neue Produkte, wie Fruchtschaumweine und aromatisierte Frizzante, aber auch der klassische Sekt, kommen bei den Kunden gut an. „Von finanzieller Krisenstimmung haben wir zum Glück noch nichts bemerkt. Die Sektqualität ist exzellent, und die Saison ist hervorragend angelaufen. Offensichtlich lassen sich die Menschen die Feierlaune nicht verderben², freut sich Karl Inführ, Landesinnungsmeister des Nahrungs- und Genussmittelgewerbes in der NÖ Wirtschaftskammer und Sprecher der Sektproduzenten, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Der weitaus größte Teil der Weine für das österreichische Sektangebot stammt aus Niederösterreich, vor allem aus dem Raum um Poysdorf. Die drei großen heimischen Sekthersteller Schlumberger, Kattus und Inführ sowie die vielen kleineren Erzeuger beziehen dort ihre „Grundweine² von ausgewählten Winzern, die Sorten wie Chardonnay, Grüner Veltliner, Welschriesling und Muskat speziell für die Sektherstellung produzieren. Die Nachfrage nach sprudelndem Rosé und rotem Sekt liegt bereits bei etwa acht Prozent – Tendenz steigend. „Für einen guten Sekt benötigen wir hervorragende Grundweinqualität, die uns heimische Winzer nördlich der Donau liefern. Die Weine müssen fruchtig, säurebetont und sauber sein, damit sie durch die Zweitvergärung in einem Zeitraum von sechs bis acht Monaten zu Sekt werden², betont Inführ.
Zur Freude der Produzenten ist Sekt längst kein Luxusprodukt mehr und wird zu allen möglichen Anlässen rund ums Jahr getrunken. „Der Konsument erhält einen anständigen, guten Sekt bereits um drei Euro die Flasche, das kann sich jeder leisten², meint der Obmann, der in Klosterneuburg gemeinsam mit seinem Bruder Hans den seit über 100 Jahren bestehenden Familienbetrieb führt. Die Wein- und Sektkellerei beschäftigt 20 Mitarbeiter und erzeugt jährlich bis zu vier Millionen Flaschen mit sprudelndem Inhalt. Laufend werden neue Produkte, wie z.B. Hollerblüten-Frizzante oder Fruchtschaumweine, kreiert, um den Kunden bestmögliche Auswahl zu bieten. Demnächst kommt gar ein „Energy-Frizzante² auf den Markt, bei dem ein Energie-Getränk mit Sekt vermischt wird und ein ganz neues Geschmackserlebnis bieten wird.
Auch in Zukunft sieht Obmann Inführ, der selber gerne ein Gläschen Sekt trinkt, weiterhin die Korken knallen: „Sekt ist belebend und wird mit guter Laune in Verbindung gebracht. Außerdem ist längst erwiesen, dass er dem Kreislauf gut tut. Sekt ist aus der österreichischen Tradition nicht wegzudenken.² (lies)
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„Hausverlosungen sind nicht mehr als ein guter Gag²
Den von Privatpersonen in den letzten Wochen vermehrt initiierten Versteigerungen von Häusern stehen Niederösterreichs Immobilienmakler relativ gelassen gegenüber. Sie sehen in diesen Aktionen keinerlei Parallelen zu ihrem Berufsbild. „Die Versteigerung einer Liegenschaft wird derzeit als spektakuläre Geschichte gehandelt. Wenn aber die Zahl dieser Aktionen weiter steigt, wird auch das Interesse der Öffentlichkeit wieder schwinden², meint Georg Edlauer, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Nach Ansicht des Fachgruppenobmanns haben diese Versteigerungen weder für den Verkäufer noch für den Käufer etwas mit einem klassischen Immobiliengeschäft zu tun. Eine sonst übliche Besichtigung der Häuser ist bei mehreren hundert aufgelegten Losen zeitlich unmöglich. Auch die rechtlichen Hintergründe über die Liegenschaft bleiben meist im Dunkeln. „Im Extremfall steht der Gewinner in einem völlig durchnässten Keller und erhält in diesem Moment Besuch vom Bürgermeister, der ihn über einen bestehenden Abbruchbescheid informiert², erklärt Edlauer.
Warum sich die Zahl der Hausverlosungen nach der ersten medienwirksam gestarteten Aktion in Kärnten derart schnell erhöht, liegt für den Wirtschaftskammer-Funktionär auf der Hand. „Viele Besitzer versuchen schon länger, ihre Häuser zu verkaufen. Das ist ihnen bis dato aber nicht gelungen.²
Ob das erste Haus in Österreich auch tatsächlich per Los seinen Besitzer wechselt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Immerhin hat der Eigentümer der Verlosung nur unter der Bedingung zugestimmt, dass eine bestimmte Anzahl an Losen verkauft wird. „Gelingt dies nicht, wird die Verlosung rückabgewickelt. Die dabei anfallenden Kosten sind jedoch von den Loskäufern zu begleichen.² Gleichermaßen Kosten fallen für den neuen Hausbesitzer an. Er muss zumindest die Grunderwerbssteuer für seine neue Liegenschaft bezahlen.
In Niederösterreich gibt es aktuell an die 850 Immobilientreuhänder. Die überwiegende Zahl davon sind Immobilienmakler, rund ein Drittel sind Immobilienverwalter, die restlichen Unternehmer sind als Bauträger tätig. (haw)
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Casino Baden setzt 2009 auf mehr internationale Gäste
Rund 320.000 Gäste – im Durchschnitt mehr als 900 pro Tag – haben 2008 das Grand Casino Baden besucht. Das abgelaufene Geschäftsjahr sein in mehrfacher Hinsicht ein „interessantes“ gewesen, zieht Edmund Gollubits, der Direktor des Casinos Bilanz. „Zum einen war es das erste volle Betriebsjahr nach dem großen Umbau des Casinos. Zum anderen hatten wir im vergangenen Juni mit der Fußball-Europameisterschaft in Österreich ein sportliches Großereignis, das auch auf unser Unternehmen Auswirkungen gezeigt hat“, erklärt Gollubits.
So sei im Vorjahr die Gesamtbesucherzahl im Casino gegenüber 2007 zwar leicht zurückgegangen, bei einzelnen Gästegruppen konnte Europas größter Glücksspieltempel aber durchaus zulegen. „Bei den Italienern gab es ein Besucherplus um 40 Prozent. Das haben wir ihrer Fußball-Nationalmannschaft zu verdanken, die in Baden Quartier bezogen hatte“, berichtet Gollubits.
Beinahe die Hälfte der Gäste, die im Casino Baden an den Spieltischen oder Automaten ihr Glück versuchen, kommt aus Niederösterreich, ca. 40 Prozent aus Wien und nur rund 10 Prozent aus dem Ausland. Deshalb möchte der Glücksspielbetrieb 2009 nicht nur jüngeres, sondern vermehrt auch internationales Publikum anlocken. „Dabei setzen wir sehr auf die Zusammenarbeit mit der Badener Hotellerie, die ihre Beherbergungskapazitäten im gehobenen Bereich ausbauen will“, kündigt Gollubits an. Ein absolutes Highlight im heurigen Casino-Veranstaltungskalender ist die 20. Poker-Europameisterschaft im Herbst.
Für das Congress Casino Baden (CCB), das dem Glücksspielbetrieb angeschlossene Tagungs- und Event-Unternehmen, bilanziert Geschäftsführer Alexander Thoma: „2008 kamen zu 247 verschiedenen Veranstaltungen rund 60.000 Besucher. Damit konnten wir unsere Position als führende Tagungs- und Kongress-Location in Niederösterreich bestätigen.“
Von der für heuer prognostizierten Wirtschaftskrise spürt das CCB bei seinen Buchungen bislang nichts. Den Herausforderungen der Zukunft blickt Thoma mit Optimismus entgegen und zitiert einen Vergleich aus der Welt des Sports: „Segeln kann man auch bei Schlechtwetter.“ (mm)
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Kremser Wirtschaft wird 2009 die Ärmel hochkrempeln
Trotz einiger Turbulenzen, wie z.B. der Pleite des Automobil-Zulieferes Eybl, sei das Jahr 2008 aus Sicht der Kremser Wirtschaft ein gutes gewesen. Diese Bilanz zog Gottfried Wieland, Bezirksstellenobmann in der NÖ Wirtschaftskammer, anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Betriebe im Bezirk Krems verglichen mit 2007 erneut um 350 gestiegen. Ein Großteil davon sind Klein- oder Einpersonenunternehmen“, teilte Wieland mit. Auf die Sprünge geholfen hat den Neo-Firmenchefinnen und -chefs dabei auch die Bezirksstelle: 2008 hat sie rund 650 Beratungen für Betriebsgründer durchgeführt.
Erfreulich war die Situation auf dem Lehrstellenmarkt. „Erstmals in der Geschichte haben wir die Marke von 1.000 Lehrlingen im Bezirk überspringen können. Zur Zeit bilden die Kremser Unternehmen exakt 1.015 Lehrlinge aus“, gab Wieland bekannt. Die regionalen Arbeitslosenzahlen seien „sehr zufriedenstellend“, Auftragslage und Geschäftsgang bei den Betrieben „gut bis zufriedenstellend“ gewesen, resümierte der Bezirksstellenobmann, der selbst in Senftenberg eine Tischlerei führt.
Auch wenn die wirtschaftlichen Prognosen für 2009 „nicht zum Jubeln Anlass geben“, werde man sich von diesen Negativ-Szenarien nicht entmutigen lassen und – im Gegenteil – die Ärmel hochkrempeln, so Wieland in einem Ausblick auf das gerade begonnene Geschäftsjahr. Die Bezirksstelle Krems der NÖ Wirtschaftskammer möchte dazu ebenfalls ihren Beitrag leisten: „Wir wollen die wirtschaftsorientierte Fachausbildung forcieren, denn gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten sind Aus- und Weiterbildung sowie entsprechende Qualifikation unerlässlich. Darüber hinaus werden wir für unsere Mitgliedsbetriebe eine Info-Kampagne starten, mit der die Möglichkeiten energiesparender Maßnahmen – vor allem im Bereich Gas, Strom und Wasser – aufgezeigt werden sollen“, kündigt Wieland an. (mm)
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Flughafen Schwechat kratzt an der 20-Millionen-Marke
Der Flughafen Wien-Schwechat hat 2008 beim Passagieraufkommen mit über 19,7 Millionen schon kräftig an der 20-Millionen-Marke gekratzt. Der Zuwachs gegenüber 2007 lag mit 5,2 Prozent zwar unter den optimistischen Erwartungen von acht Prozent, bedeutet aber vergleichsweise ein hervorragendes Ergebnis: Die anderen europäischen Flughäfen weisen im Schnitt für die drei ersten Quartale 2008 einen Rückgang um 0,1 Prozent aus; für das Gesamtjahr wird ein Minus von 1 Prozent erwartet.
Im heurigen Jahr wird die Wirtschaftskrise allerdings auch den Wiener Flughafen tangieren. Vorstandssprecher Herbert Kaufmann rechnet mit Rückgängen von fünf Prozent bei den Passagieren und je vier Prozent beim Höchstabfluggewicht (MTOW) und den Flugbewegungen. Basis für diese Erwartungen ist die jüngste Wifo- Prognose. Das Minus bedeute nur, dass der Flughafen wieder beim Stand des Jahres 2007 anlange. Zum Frachtaufkommen wollte Kaufmann keine Prognose abgeben, es sei üblicherweise sehr volatil. Eine Personalreduktion ist nicht geplant, man wolle mit dem Abbau von Überstunden und der Nichtnachbesetzung des gewöhnlichen Abgangs durchkommen. An Investitionen seien für heuer rund 350 bis 400 Millionen Euro vorgesehen.
Finanziell spürt der Flughafen bereits die Krise: Für die ersten drei Quartale 2008 wurden Rückstellungen in Höhe von drei Millionen Euro vorgenommen, weil mehrere Fluggesellschaften ihre Gebühren nicht bezahlt hätten. Inzwischen seien aber keine zusätzlichen Erfordernisse angefallen, erklärte Kaufmann.
Die längerfristige Planung geht weiterhin von einem kräftigen Wachstum des Wiener Flugverkehrs aus (2015: 23 bis 28 Millionen Passagiere, 2020: 27 bis 39). Deshalb brauche man auch die dritte Piste, zur Jahresmitte erwarte man die Genehmigung. „Die Frage ist nicht, ob, sondern wann wir sie bauen,“ sagte Kaufmann.
Im Wesentlichen positiv entwickelten sich auch die Auslandsbeteiligungen: Den Airport Kosice nutzten 2008 fast 600.000 Passagiere – ein Plus von 33 Prozent. Der Zuwachs in Malta betrug 4,7 Prozent. Hingegen gab es in Friedrichshafen im europäischen Gleichschritt einen leichten Rückschlag. Für eine Beteiligung in St. Petersburg gehe man im Mai in einem Konsortium mit der Gazprom in die zweite Runde, teilte Kaufmann mit. (ust)
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Niederösterreichs Schrottberge wachsen in den Himmel
Niederösterreichs Sekundärrohstoffhändler sitzen zur Zeit auf riesigen Bergen Schrott. Die gedämpfte Wirtschaftslage hat ihr Tagesgeschäft im Warenausgang nahezu flächendeckend zum Erliegen gebracht. „Wir sind die ersten, an denen die gedrosselte Produktion der Stahlindustrie nicht spurlos vorübergeht², sagt Alfred Störchle, Obmann des Landesgremiums des Sekundärrohstoffhandels in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Aus eigener Kraft können sich die rund 240 Sekundärrohstoffhändler in Niederösterreich aus dieser misslichen Lage derzeit nicht befreien. Als einzige Alternative bleibt ihnen das Bunkern des eingehenden Schrotts. „Unser Geschäft ist im Wesentlichen von vier Großabnehmern geprägt. Solange diese ihre Produktion nicht wieder auf Touren bringen, sind auch uns die Hände gebunden², erklärt Störchle.
Von Mitarbeiterabbau oder Betriebsschließungen in den Unternehmen ist trotz der angespannten Situation momentan noch nichts zu bemerken. Wie lange aber die Betriebe die erhöhten finanziellen Belastungen tragen können, wird sich weisen. Immerhin müssen die Sekundärrohstoffe im Einkauf durchwegs vorfinanziert werden. „Die kommenden Wochen sind bezeichnend für den weiteren Geschäftsverlauf im heurigen Jahr², ist sich Alfred Störchle sicher.
Das gilt gleichermaßen für den Wareneingang. Immerhin fehlt durch die gesunkenen Schrottpreise Privatpersonen der Anreiz, Altmetall zu vermarkten. „Während zu Zeiten hoher Schrottpreise beinahe jede Schraube zu Geld gemacht worden ist, haben die Schrottmengen aus dem privaten Bereich in den letzten Monaten deutlich nachgelassen.²
Sollte die Stahlindustrie ihre Produktion wieder nach oben schrauben, könnten die niederösterreichischen Schrotthändler die benötigten Sekundärrohstoffe binnen kürzester Zeit bereitstellen. „Die Belieferung unserer vier großen Abnehmer erfolgt fast ausnahmslos auf der Schiene. Da auch die ÖBB die flaue Wirtschaftslage spüren und viele Güterwagen abgestellt sind, dürfte es für uns kein Problem sein, die notwendigen Waggons zu bekommen.² (haw)
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Festspiele Reichenau fordern Beherbergungsoffensive
Für die Schaffung von höherer Qualität bei den Beherbergungsbetrieben in der Region Reichenau an der Rax und Semmering tritt Peter Loidolt, Intendant der Festspiele Reichenau, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst ein. Derzeit übernachten nur 30 Prozent der 44.000 Besucher der Festspiele Reichenau in der Region. Bei ausreichender Bettenkapazität im gehobenen Segment könnten es nach Ansicht Loidolts jedoch bis zu 60 Prozent sein.
„Wichtig sind nicht nur mehr Fremdenzimmer in der Qualitätskategorie Vier- und Fünf-Stern, sondern auch das dazupassende gastronomische Angebot. So würden wir während unserer Spielzeit auf dem Semmering eine temporäre Gastronomie im Südbahnhotel begrüßen. Auch originelle Ideen, die zum Ambiente und zur Besucherstruktur der Festspiele Reichenau passen, sind gefragt. Wie man das macht, zeigt Salzburg vor. Gerade Österreich ist ein Tourismusland. In wirtschaftlich angespannten Zeiten sollte in diesen Sektor – verbunden mit Kultur – als Konjunkturmotor investiert werden,² so Loidolt.
Auch für 2009 peilen die Festspiele in Reichenau an der Rax wieder einen wirtschaftlichen und künstlerischen Erfolg mit 100prozentiger Auslastung an. Heuer werden bei insgesamt 130 Vorstellungen wieder 44.000 Zuschauer erwartet. Im vergangenen Jahr konnte bei voller Auslastung ein Umsatz von 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Loidolt betont, dass die Festspiele Reichenau von der derzeitigen angespannten wirtschaftlichen Situation nichts merken. Den Grund dafür sieht er im Spielplan, der sich stark am Interesse der Besucher orientiert, und darin, dass die Festspiele keinen großen Hauptsponsor haben, sondern 4.500 Mitglieder eines Fördervereines. (mw)
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Stockerauer Werkstatt zaubert Modisches aus dem Hut
Wolfgang Walter ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der ganz wenigen Hut-Produzenten Österreichs. In seinem Stockerauer Geschäft lagern rund 10.000 Hüte und Kappen in den verschiedensten Formen, Farben und Mustern, alles handgefertigte Originale. „In der Woche verlassen etwa 80 verschiedene Kopfbedeckungen aus Filz, Leder, Webpelz, Angora oder handgeflochtenem Stroh unsere Werkstatt², sagt Wolfgang Walter im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Walter führt als Seniorchef gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter das Geschäft, wobei die Herstellung von Kopfbedeckungen Chefsache ist.
Außer dem Geschäft und der Hutwerkstatt in Stockerau hat die Firma Walter ein Verkaufslokal in Mödling, zwei Geschäfte in Baden und je eines in Linz und Wien. „Die Zentrale und das Herz der Firma sind jedoch in Stockerau², versichert der Unternehmer. Insgesamt arbeiten in der Hutwerkstatt sechs und im Verkauf zwölf Personen. Drei Viertel des gleich bleibenden Umsatzes entfallen auf den Verkauf von Kopfbedeckungen, das vor allem ein Saisongeschäft ist. Davon allein kann der Familienbetrieb jedoch nicht leben. Deshalb verkauft man auch Bekleidung für die Generation 30 plus.
Gegründet im Jahr 1919 in Mödling, hat die Hutwerkstatt Walter trotz vieler Tiefschläge die Krieg- und Nachkriegszeit gut überstanden. Hochsaison war für die Firma in den 70er Jahren. Damals hatte das Unternehmen in Österreich 27 Hutgeschäfte und beschäftigte 120 Mitarbeiter. „Wir waren das größte Hut erzeugende Unternehmen Österreichs. In allen Geschäften wurden nur selbst erzeugte Kopfbedeckungen verkauft. Früher war der Hut etwas Selbstverständliches, heute ist er etwas Elitäres², erinnert sich Wolfgang Walter.
Heute versucht der Hutmacher mit immer neuen Modellen und Kleinserien in bester Qualität neue Kunden zum Tragen seiner Kreationen zu verleiten. Groß im Angebot und sehr beliebt sind zur Zeit schicke Kappen aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichsten Formen. Geht es nach den Wünschen des Unternehmers, so sollte Stockerau nicht nur als Stadt der Engel, sondern auch als Stadt der Hüte bekannt werden. (knox)