CHIP-Report: Wie die Ware Sex die digitale Welt vorantreibt

Erotik-Branche setzt voll aufs Web
München, 7. September 2007 – Jede vierte Suchmaschinen-Anfrage dreht sich um das
Thema Porno. 43 Prozent aller Websurfer treiben sich gern mal auf Sex-Sites herum.
Jeder fünfte Mann surft während der Arbeitszeit auf Porno-Seiten. Die Zahlen legen nahe,
dass die Online-Geschäfte der Pornobranche bestens laufen. Die Sex-Industrie unternimmt
auch einiges für diese wirtschaftlichen Erfolge: Wie ein Report im Technikmagazin CHIP
zeigt, verstehen sich die Sex-Produzenten seit jeher als technologische Trendsetter, die
mit Kreativität und Offenheit das Feld für andere Branchen bereiten. Das begann in den
siebziger Jahren mit der Entscheidung für das Video-System VHS, das sich daraufhin am
Markt durchsetzte, und findet beim interaktiven Web 2.0 einen vorläufigen Höhepunkt.
Nach einer Statistik des Online-Dienstes Alexa.com surfen weit mehr Menschen in
Deutschland zum Videoportal Youporn als zum Internet-Riesen T-Online. Youporn ist so
etwas wie ein schmuddeliger Verwandter des Web-2.0-Klassikers Youtube: User laden
selbstgedrehte oder kopierte Sexfilmchen hoch, jeder kann sie sich ansehen. Kostenlos,
ohne Registrierung, ohne Alterskontrolle. Hält der Trend an, wird Youporn in Deutschland
bald Google überholen. Trotz der offensichtlichen Popularität taucht der Sex-Konsum in
Statistiken von Behörden oder Unternehmen nicht auf. CHIP zitiert dazu Jakob Berndt,
der als strategischer Planer für die Werbeagentur Jung von Matt arbeitet: „Kein Mensch
redet über das Thema. Dabei würde es das Internet in seiner heutigen Form ohne Pornos
wahrscheinlich gar nicht geben.“
Die Erotik-Branche machte im Internet bereits Milliarden-Umsätze, als die braven
Buchhändler noch nicht einmal online waren. Ein Erfolgsgeheimnis war der offensive
Umgang mit dem Thema e-Commerce in den Gründertagen des Web, wie CHIP-Redakteur
Andreas Hentschel erklärt: „Die Erotik-Portale verfügten seinerzeit über die leistungsfähigsten
Server, sie setzten die besten Codecs zur Video-Komprimierung ein und sie
bauten bereits kundenfreundliche Shopsysteme und Datenbanken auf, als manche
Großunternehmen noch nicht einmal eine Domain reserviert hatten.“
Kein Wunder, dass die Hollywood-Studios derzeit auf die Porno-Branche schielen: Sie
erwarten sich im Dauerstreit um den hochauflösenden DVD-Nachfolger eine Entscheidung
des Trendsetters. Doch die Sex-Industrie scheint sich bereits von beiden konkurrierenden
Formaten verabschiedet zu haben. CHIP zitiert Jan Otzen, Director Online-Entertainment &
Online-Shopping der Beate Uhse AG: „Ob Blu-ray oder HD-DVD spielt für uns keine Rolle.
Die DVD als Filmmedium stirbt und wird abgelöst vom Video im Web.“
In fünf Jahren, so mutmaßt Otzen in CHIP, werde „das Internet direkt mit dem Fernseher
verbunden sein und die Kunden können über die Fernbedienung auf unser Angebot
zugreifen.“ Hochauflösende Bilder seien dann Standard. Das Handy werde aber keine
Rolle spielen: „Nicht bei den Bewegtbildern. Die Displays sind zu klein, außerdem nutzt
man Handys vor allem im öffentlichen Raum.“
Der komplette Report erscheint in der aktuellen CHIP 10/2007, die am 7. September
in den Handel kommt.
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Judith Berkemeyer
Redaktion CHIP
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