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Donau-Universität Krems leitet EU-Projekt zur Förderung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb

Krems (kpr). Frauen sind in der Forschung nach wie vor stark unterrepräsentiert. Unter Leitung der Donau-Universität Krems wurde nun ein Förderprogramm für Frauen in Wissenschaft und Technik gestartet. Das Projekt ADVANCE läuft unter dem Schwerpunkt „Science and Society“ des 6. EU-Rahmenprogramms. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen durch gezieltes Training und den Erwerb von Führungskompetenzen Karriereperspektiven zu ermöglichen.

Untersuchungen belegen, dass der Weg zu Führungspositionen im Wissenschaftsbetrieb für Frauen auf Grund von Hürden und „männlichen“ Strukturen deutlich länger ist als für ihre Kollegen. Viele Frauen gehen auf ihrem wissenschaftlichen Karriereweg dadurch systematisch verloren. Ein Phänomen, das in der Forschung als „leaky pipeline“ (durchlässige Pipeline) bezeichnet wird. Frauen befinden sich damit in einem Teufelskreis: Zum einen erschweren klassische „Männermodelle“ den Aufstieg, zum anderen gibt es dadurch zu wenig Vorbilder, sowohl in der Industrie als auch im akademischen Sektor. Europaweit sind derzeit beispielsweise nur rund 15 Prozent der in der Industrie tätigen Wissenschaftler Frauen.

Frauenkarrieren in Wissenschaft und Technik fördern
ADVANCE (Advanced Training for Women in Scientific Research) will diesem Phänomen entgegenwirken und richtet sich an Frauen sowohl aus universitären als auch aus außeruniversitären Instituten. Gemeinsam mit fünf Partnerinstitutionen aus Polen, Finnland, Österreich, den Niederlanden und Bulgarien sowie erstmals auch in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit vier Departments der Donau-Universität Krems wird sowohl ein spezifisches Trainingsprogramm als auch ein Mentoring- und Coaching-Programm für die Teilnehmerinnen entwickelt. Das zweijährige EU-Projekt richtet sich insbesondere an Forscherinnen aus Technik und Naturwissenschaft in der Pre- und Post-Doc-Phase. ADVANCE erfasst damit auch die Arbeits- und Lebenssituation von in Wissenschaft und Forschung tätigen Frauen sowie die Strukturen und Bedingungen von wissenschaftlichen Institutionen.

„Aus den Erfahrungen der beiden Profile sollen Transfermodelle entwickelt werden, die den Partnerinnen, aber auch anderen Institutionen in ganz Europa zur weiteren Durchführung frei stehen“, erklärt Projektleiterin DI Dr. Karin Siebenhandl vom Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement der Donau-Universität Krems. „Wir hoffen, damit einen Schneeballeffekt zu erzielen und die traditionellen Rollenmodelle aufbrechen zu können.“



Training, Mentoring, Networking
Das 456.000-Euro-Projekt basiert insgesamt auf zwei Teilen. Kernstück ist das Trainingsprogramm im Rahmen einer Summer School, in dem die ausgewählten Teilnehmerinnen ihren Bedürfnissen entsprechend, Kompetenzen für Forschungs- und Managementaufgaben erhalten. Einen zweiten Schlüsselfaktor des Projekts bildet das begleitende Mentoring- und Coaching-Programm. Aus den Partnerinstitutionen werden den Teilnehmerinnen Mentoren, das heißt erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Seite gestellt. In einer Mentor-Mentee Partnerschaft können gezielt sowohl persönliche als auch professionelle Entwicklungen gefördert werden. Darüber hinaus wird den Kandidatinnen die Möglichkeit des Networking geboten. „Neben den ungünstigen akademischen Bedingungen sind fehlende Unterstützung und Netzwerke mit ein Grund der starken Unterrepräsentanz von Frauen in der Forschung“, betont Mag. Michaela Gindl von der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies der Donau-Universität Krems, die die Summer School leiten wird.


Nähere Informationen finden Sie im Internet unter » www.donau-uni.ac.at/advance
(04.10.2006)



Rückfragen
DI Dr. Karin Siebenhandl
Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2313
» karin.siebenhandl@donau-uni.ac.at
» www.donau-uni.ac.at


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