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tangiert auch die Distribution

Informationstransparenz und proaktives Handeln sind gefordert

Neufahrn, b. Freising – 26. November 2007 – „Agieren statt Reagieren„,
fordert der Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDi e.V.) und
bezieht Position zur neuen Chemikalienverordnung REACH. Mit REACH
(Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals) ist seit dem 1. Juni
2007 ein neues, EU-weit geltendes Chemikalienrecht in Kraft getreten
(Details zu REACH sh. Anhang). Damit sollen Hersteller und Importeure von
Chemikalien die Verantwortung für den sicheren Umgang mit ihren Stoffen
übernehmen. Unmittelbar betroffen sind auch Akteure im weiteren Verlauf der
Lieferkette sowie Unternehmen, die Erzeugnisse aus solchen Stoffen aus
Nicht-EU-Staaten inner- und außerhalb Europas importieren. REACH betrifft
damit in unterschiedlichem Ausmaß auch die Distributoren elektronischer
Bauelemente. Aufgrund der juristischen und fachlichen Komplexität des
Themas stellt der FBDI zum jetzigen Zeitpunkt eine relativ unklare
Informationslage innerhalb der Elektronikindustrie fest. Als
Interessensvertreter eines Großteils der deutschen Distributionslandschaft
fordert der FBDI größtmögliche Informationstransparenz entlang der
Lieferkette und sieht sich in der Verantwortung als Informations- und
Kompetenzschnittstelle zwischen Herstellern, seinen Mitgliedern und den
Distributionskunden. Ziel des FBDI ist es, durch gezieltes proaktives
Handeln rein reaktive Maßnahmen entlang der Lieferkette zu vermeiden sowie
einen kontinuierlichen Kommunikationsfluss zwischen den involvierten
Akteuren zu etablieren. Im ersten Schritt wurde von Seiten des FBDI ein
eigener Umwelt-Arbeitskreis eingerichtet und der aktive Dialog mit den
Herstellern forciert. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch eine
Diskussionsrunde mit Herstellern und Distributoren, außerdem ein
juristischer Workshop für die FBDI-Mitglieder mit führenden Rechtsexperten.
Als praktischen Lösungsansatz stellt der FBDI die Forderung nach einer
einheitlichen REACH Datenbank für die Elektronikindustrie zur Diskussion.

Bisher gibt es kein einheitlich geregeltes Procedere, wie Unternehmen den
Grad ihrer Betroffenheit feststellen können. Unterschiedliche
Informationsplattformen stellen umfassende Erhebungsbogen zur Verfügung,
die aber in erster Linie auf chemische Produzenten zugeschnitten sind und
nicht auf die Elektronikindustrie. Für seine Mitglieder stellt der FBDI zur
ersten Orientierung über die Betroffenheit ein Merkblatt im geschlossenen
Mitgliederbereich der Website (» www.fbdi.de) zum Download zur Verfügung.

„Die Reaktionen zu REACH bei Herstellern, Distributoren und
Distributionskunden sind derzeit recht unterschiedlich. Dementsprechend
sind der Grad der Aufklärung und der Wissensstand zum Thema auch sehr
differenziert. In der Regel ist das Qualitätsmanagement im Unternehmen mit
der Aufgabe betraut. Einige unserer Mitglieder sind dabei, eine hausinterne
REACH Datenbank aufsetzen, während andere gänzlich abwarten wollen, wie
sich die Brisanz des Themas am Markt weiterentwickelt„, erklärt Wolfram
Ziehfuss, Geschäftsführer des FBDI e. V. Einen möglichen umfassenden
Lösungsansatz innerhalb der Elektronikindustrie sieht der FBDI in einer
einheitlichen Datenbank mit kontrolliertem Datenzugang für alle Beteiligten
entlang der Lieferkette. „Hierzu wäre es aber nötig, dass alle beteiligten
Akteure in der Lieferkette an einem Strang ziehen, Informationen
allumfassend bereitstellen und sich nicht hinter dem Deckmantel von
Betriebsgeheimnissen oder laufenden Patentanträgen verstecken„, so Ziehfuss.

EU oder Nicht-EU als Schlüsselkriterium
Die REACH-Verordnung unterscheidet zwischen Stoffen, Zubereitungen und
Erzeugnissen sowie zwischen Anwender, nach geschaltetem Anwender
(Downstream User), Hersteller und Importeur (z. B. Händler). Der klassische
Distributor gilt unter REACH als Erzeugnisse beziehender Händler. Bezieht
er seine Ware aus EU-Staaten hat er keine unmittelbaren Verpflichtungen
unter REACH. Er muss davon ausgehen, dass die Produkte entsprechend den
gesetzlichen Vorschriften hergestellt sind, d. h. die enthaltenen Stoffe
das REACH Verfahren durchlaufen haben.

Anders gestaltet sich das Procedere bei Erzeugnissen, die aus Nicht-EU- Ländern stammen. Bezieht der Distributor Waren von außerhalb der EU, gilt
er nach der REACH-Verordnung als Importeur. Hier kann eine
Registrierungsverpflichtung nach Artikel 7 der REACH Verordnung vorliegen.
Dieser Artikel regelt die Registrierung bzw. Mitteilung von Stoffen in
Erzeugnissen. Von REACH werden alle chemischen Stoffe erfasst, die
mindestens in einer Menge von einer Tonne / Jahr in der EU produziert oder
in die EU importiert werden. Sie müssen künftig bei der neu gegründeten
europäischen Chemikalienagentur in Helsinki registriert werden.



Importeur – und was dann?
Nach Artikel 7 Absatz 1 muss ein Importeur von Erzeugnissen einen Stoff
registrieren, wenn der Stoff in den importierten Erzeugnissen in einer
Menge von insgesamt mehr als eine Tonne pro Jahr und Importeur enthalten ist
und unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren
Verwendungsbedingungen freigesetzten werden soll. Die Verpflichtung gilt
nicht für Stoffe, die bereits für die betreffende Verwendung registriert
wurden. Außerdem werden verschiedene Stoffgruppen bzw. Einzelstoffe von der
Registrierungspflicht ausgenommen, für andere Stoffe hat REACH keine
Geltung, da sie bereits durch andere Regelungen erfasst sind. Ob und welche
Verpflichtungen tatsächlich vorliegen, muss der Importeur im Einzelfall
juristisch prüfen.

„Freiwillige Informationspflicht„ schafft Transparenz
Welche Informationen der Distributor seinen Kunden zur Verfügung stellen
muss, ergibt sich ebenfalls aus der REACH Verordnung. Danach ist der
Distributor als Lieferant eines Erzeugnisses nur dann informationspflichtig
gegenüber seinen Kunden, wenn das Erzeugnis mit dem er handelt, Stoffe mit
besonders besorgniserregenden Eigenschaften in Anteilen über 0,1 Prozent
enthält. Hier empfiehlt der FBDI für transparenten Informationsfluss zu
sorgen und entsprechende Datenblätter oder „REACH-Zertifikate„ der
Hersteller an die Kunden zu übermitteln, sofern die Informationen von den
Herstellern zur Verfügung gestellt werden. „Hier stellen unsere Mitglieder
zum Großteil noch enormen Handlungsbedarf auf Herstellerseite fest.
Wünschenswert wäre eine Deklaration ähnlich wie bei RoHS, die sowohl
Distributoren als auch Kunden einsehen können, um bei diesem Thema
größtmögliche Transparenz in der Lieferkette zu gewährleisten„, so Ziehfuss.

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Über den FBDI e. V. (www.fbdi.de)
Der Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. (FBDi e.V.) mit Sitz in
Neufahrn bei Freising ist seit 2004 eine etablierte Größe in der deutschen
Verbandsgemeinschaft und umfasst derzeit (Stand November 2007) 24 namhafte
Bauelemente-Distributoren als Mitglieder. Damit repräsentiert der FBDI
einen Großteil der in Deutschland vertretenen Distributionsunternehmen
elektronischer Komponenten.

Neben der informativen Aufbereitung und Weiterentwicklung von
Zahlenmaterial und Statistiken zum deutschen Distributionsmarkt für
elektronische Bauelemente bildet das Engagement in Arbeitskreisen und die
Stellungnahme zu wichtigen Industriethemen eine essenzielle Säule der FBDI
Verbandsarbeit. Zu den aktuellen Schlüsselthemen zählen unter anderem die
marktgerechte Umsetzung von RoHS, WEEE und REACH. Der FBDi ist Mitglied im
Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft.

Die Mitgliedsunternehmen (Stand November 2007):
Abacus-Deltron, Acal, AMS, Arrow (Arrow CE und Sasco-Holz), Avnet (Avnet
Time, EBV, Silica und Avnet-Memec), Azurri, Beck, Betronik, Channel,
Codico, Conrad-Elektronik, Ecomal, Endrich, EVE, Farnell in One, Future,
MSC-Gleichmann, RS Components, Rutronik, Schukat, Schuricht, SE Spezial,
Setron, TTI.

Pressekontakt:
FBDI e. V.
Wolfram Ziehfuss, Geschäftsführer, Sankt Margaretenweg 9, 85375 Neufahrn,
Tel. +49 (0) 8165/670233, w.ziehfuss@fbdi.de, » www.fbdi.de

PR Agentur (für Thema REACH)
Agentur Lorenzoni GmbH, Karin Zühlke, Landshuter Straße 24, 85435 Erding,
Tel: +49 (0) 8122 / 55917-11, karin@lorenzoni.de, » www.lorenzoni.de




Anhang:

1. Zeitraster REACH:
1. Juni 2007: Inkrafttreten von REACH
1. Juni 2008: Beginn der Vorregistrierung
1. Dezember 2008: Ende der Vorregistrierung
1. Januar 2009: Veröffentlichung der Daten im Internet durch die
Chemikalienagentur

2. Nützliche Links (Auswahl):
www.REACH-net.com (inkl. Rechtstexte)
www.REACH-helpdesk.de
www.REACH-info.de
www.REACH-helpdesk.info
www.REACHcentrum.org www.bdi-online.de/de/fachabteilungen/7240.htm
http://www.REACH.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/23637/
http://ec.europa.eu/echa/home_en.html

3. Hintergrund zu REACH
Bei REACH (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals; dt:
Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) handelt es sich um
eine neue EU Chemikalienverordnung, die das derzeit geltende
Chemikalienrecht europaweit zentralisieren und vereinfachen soll. Mit REACH
soll die Unterscheidung zwischen den so genannten Altstoffen (vor 1981 auf
dem Markt) und den Neustoffen (nach 1981 erstmals auf dem Markt) aufgehoben
werden. Neustoffe müssen bereits heute auf etwaige Risiken für die
menschliche Gesundheit und die Umwelt geprüft und beurteilt sein, bevor sie
auf den Markt gebracht werden dürfen. Im Gegensatz zu diesen rund 4.000
Stoffen, deren Gefahrenpotenzial auf diese Weise bekannt ist, weiß man über
die etwa 100.000 Altstoffe oft nur wenig. Das soll durch REACH geändert
werden. Das REACH System basiert auf dem Grundsatz der Eigenverantwortung.
Nach dem Motto: „No data, no market„, dürfen nach REACH nur noch chemische
Stoffe in Verkehr gebracht werden, zu denen ein ausreichender Datensatz zu
den Stoffeigenschaften vorliegt. Das bedeutet, dass der Hersteller bzw.
Importeur selbst für den sicheren Umgang mit seinem chemischen Stoff
verantwortlich ist. Er muss die zur Bewertung notwendigen Daten sammeln und
sie entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette weitergeben. Von REACH
werden alle chemischen Stoffe erfasst, die mindestens in einer Menge von
einer Tonne / Jahr in der EU produziert oder in die EU importiert werden.
Sie müssen künftig bei der neu gegründeten europäischen Chemikalienagentur
in Helsinki registriert werden. Grundsätzlich dürfen Stoffe nur noch nach
erfolgter (Vor-)registrierung in Verkehr gebracht werden.
(Quelle: REACH Helpdesk)


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