| Archiv-Übersicht |Auto & VerkehrBauen & WohnenBücher & MedienBildung & BerufeComputer-HardwareDiverse MeldungenEnergie & UmweltEssen & TrinkenFilm & FernsehenFinanzen/VersicherungenFreizeit & EventsGesundheit & MedizinKunst & KulturMode & LifestyleMusikNeue MedienSoftwareSportStars & SternchenTelekom & ElektronikTourismusWerbung & MarketingWirtschaft & VerbändeWissenschaft & Forschung| English Press Releases |

GEN-AU Wissenschafterin erforscht Identitätsgefühl von Klonen

Oftmals wird mit dem Begriff Klon assoziiert, dass es sich lediglich
um eine Kopie eines anderen Lebewesens handelt. Wie das Selbstgefühl
eines geklonten Menschen tatsächlich aussehen könnte, untersucht die
Politikwissenschafterin Barbara Prainsack gemeinsam mit einem
britischen Forscher anhand von eineiigen Zwillingen. Ihre Ergebnisse,
deren Erforschung vom österreichischen Genomforschungsprogramm GEN-AU
unterstützt wurde, veröffentlicht Prainsack in Kürze im Fachjournal
„Social Science & Medicine„.

Im Sinne der bioethischen und öffentlichen Diskussion rund um das
Thema Klonen wären Einsichten in das Identitätsgefühl von geklonten
Menschen äußerst wertvoll. Barbara Prainsack (GEN-AU, Universität
Wien) und Tim Spector (Professor für Genetische Epidemiologie, St.
Thomas´ Hospital, London), befragten eineiige Zwillinge, die wie
Klone identisches Erbmaterial besitzen, was es für sie bedeute, eine
exakte genetische "Kopie" von jemand anderen zu sein. Insgesamt
wurden 27 eineiige Zwillinge, sowie zweieiige Zwillinge und nach
einander geborenen Geschwister als Kontrollgruppen, in qualitativen
Tiefeninterviews für die Studie „Twins: A Cloning Experience„ befragt.

Gemeinsame Individualität

Das Bewusstsein genetischer Identität spielt nach Aussage der
interviewten Zwillinge nur eine eingeschränkte Rolle bei der
Ausformung ihrer Identität. Jene eineiigen Zwillinge, die sich ihrer
genetischen Identität bewusst waren, sahen diese Einzigartigkeit als
positiv und wichtig an. Demnach könnte auch die Selbstdefinition von
potenziellen menschlichen Klonen nicht von einer negativen Bewertung
ihrer Einzigartigkeit geprägt sein. Vielmehr wäre es möglich, dass
Klone ihre besondere Beziehung zum genetisch identischen "Vater" oder
der genetisch identischen "Mutter" als Glück empfinden. Allerdings
bedauern viele Zwillinge, dass sie häufig von ihrer Umwelt primär als
Teil eines Paares und weniger als Individuen wahrgenommen werden. Die
Tatsache, dass Klone im Gegensatz zu Zwillingen jedoch nicht zugleich
geboren und miteinander aufwachsen würden, würde das Risiko
vermutlich minimieren, von ihrer Umwelt nur als "zwei Hälften"
betrachtet zu werden."

Motive der Klonforschung hinterfragen

Prainsack erörtert, dass die Problematik des menschlichen Klonens
offensichtlich nicht in der genetischen Gleichheit läge, sondern viel
mehr in den Motiven derer, die über die Vervielfältigung von Genomen
bestimmten: "Die Klon-Debatte könnte davon profitieren ihren
Schwerpunkt von der genetischen Gleichheit auf mehr soziale
Fragestellungen zu verlagern, unter welchen Umständen die bewusste
Schaffung von menschlichen Wesen mit einem bestimmten genetischen
Aufbau die Gesellschaft beeinträchtigen könnte." Gleichzeitig betonen
die Forscher, dass Bedenken bezüglich der gesundheitlichen
Gefährlichkeit von Klon-Experimenten im Moment eine Freigabe solcher
Experimente nicht rechtfertigen.

Die Studie erscheint in Kürze im Fachmagazin „Social Science &
Medicine„.

Barbara Prainsack ist Projektleiterin des GEN-AU Forschungsprojektes
„Gene ohne Grenzen? Globales Regieren und Genomforschung.„ www.gen-au.at

Aussender:

Mag. Daniela Martos
Science Communications
Tel: +431/585 60 69 -23
Mobil: +43650/634 62 20
Fax: +431/585 60 69 -12
mailto:d.martos@science.co.at
www.science.co.at


zurück
nach oben

','
',$content); ?>