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Neurowissenschaftler der Donau-Universität Krems möchte PatientInnen mit Hirnerkrankungen die soziale Integration erleichtern

Krems (kpr). Hirnerkrankungen verursachen nicht nur 35 Prozent der gesamten europäischen Gesundheitsausgaben. Sie ziehen häufig auch Langzeitbehinderungen nach sich, die Betroffene gänzlich oder teilweise vom sozialen Leben ausschließen. Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin, Neurowissenschaftler an der Donau-Universität Krems, fordert daher im kürzlich erschienenen „Consensus document on European brain research“ intensivere Forschungsaktivitäten zu innovativen Rehabilitationsstrategien und mehr Maßnahmen für einen barrierefreien Zugang zur wissensbasierten Gesellschaft.

Schon jetzt werden 50 Prozent aller Jahre, die Europäerinnen und Europäer mit einer Behinderung verleben, von einer Erkrankung des Gehirns verursacht. Mit dem Alter der Bevölkerung steigt diese Zahl ständig. „Die Hirnforschung wird in Europa trotzdem stiefmütterlich behandelt“, sagt Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin, Leiter des Departments für Klinische Medizin und Präventionsmedizin an der Donau-Universität Krems. Viele Forscher, die in Europa unzulängliche Bedingungen für ihre Projekte vorfinden, wandern daher in die USA ab. Dem Brain-Drain wollen europäische Neurowissenschaftler nun entgegenwirken, indem sie für eine stärkere Förderung der Hirnforschung eintreten. Um die bestehende Hirnforschungskompetenz in Europa bekannter zu machen, haben führende Forscherinnen und Forscher unter der Hauptautorenschaft des Präsidenten des European Brain Councils, Prof. Jes Olesen aus Dänemark, und der englischen Neurowissenschaftlerin Mary Baker gemeinsam mit Konsumenten und Betroffenen ein umfassendes Dokument verfasst und dem Europäischen Parlament vorgelegt. Mit dem „Consensus document on European brain research“ wurde erstmals ein Überblick über den Status quo der europäischen Hirnforschung herausgegeben.

E-Accessibility spielt zentrale Rolle in der modernen Informationsgesellschaft
Michael Brainin behandelt im „Consensus document“ das Kernthema Rehabilitation. Insbesondere geht es dem Neurowissenschaftler und Präventionsmediziner darum, die Lebensqualität von Menschen mit Hirnerkrankungen zu verbessern. „Für Betroffene ist wesentlich, dass sie wieder voll ins soziale Leben integriert werden“, weiß Brainin. Um ohne Einschränkungen an der modernen Informationsgesellschaft teilhaben zu können, benötigen sie unter anderem behindertengerechte Transportsysteme und öffentliche Gebäude und vor allem „E-Accessibility“, also einen barrierefreien Zugang zu elektronischen Diensten und Informationen. „Das ist ein großes Innovationsfeld. Neue Technologien sind aber oft teuer und werden auch nach ihrer Kosteneffektivität bewertet. Designer, Techniker, Mediziner, Unternehmer, User und Entscheidungsträger müssen daher gemeinsam an effizienten Lösungen arbeiten, die möglichst vielen Betroffenen zugänglich gemacht werden können“, so Brainin. Die europäische Gesellschaft würde von diesen Maßnahmen ebenfalls profitieren, da in der Folge mehr Menschen am Sozial- und Arbeitsleben teilnehmen könnten und der Aufwand für die Pflege reduziert würde.

„Consensus document on European brain research“ als Online-Publikation
Im Journal of Neurology, Neurosurgery, and Psychiatry (JNNP) wurde das 182 Seiten starke Dokument online veröffentlicht und kann unter » http://jnnp.bmjjournals.com kostenpflichtig abgerufen werden. (08.08.06)



Rückfragen
Univ.-Prof. Dr. Michael Brainin
Department für Klinische Medizin und Präventionsmedizin
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2568
michael.brainin@donau-uni.ac.at
» www.donau-uni.ac.at/kmpm


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