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Im Rahmen der Fachtagung "Wird´s dann besser?" wurde das Projekt "Qualität im
Verlauf der Fremdunterbringung" näher vorgestellt.

Qualitätsstandards in stationären Jugendwohlfahrtseinrichtungen
Mehr als 100 SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, LeiterInnen von stationären
Fremdunterbringungseinrichtungen und VertreterInnen der behördlichen
Jugendwohlfahrt diskutierten am 13.6. 2006 an der von der Fachhochschule St.
Pölten veranstalteten Fachtagung „Wird´s dann besser ?“ über Qualitätsstandards in
stationären Jugendwohlfahrtseinrichtungen.
In Ihren einleitenden Statements verwiesen sowohl die Vizebürgermeisterin der Stadt
St. Pölten Susanne Kysela, als auch der Abgeordnete zum Nationalrat Dr. Alfred
Brader auf die Notwendigkeit von guter Qualität bei der Betreuung von Kindern und
Jugendlichen in Heimen und Wohngemeinschaften hin. Landesrätin Christa Kranzl
betonte die Bedeutung von kritischer Forschung im Bereich der Jugendwohlfahrt und
bekundete hohes Interesse an den Ergebnissen des Projektes der Fachhochschule
St. Pölten nach Abschluss des Projektes Mitte nächsten Jahres.


"Wie mit einem schönen Sommer"
Allerdings ist es gar nicht einfach, eindeutige Kriterien für Qualität im diesem Bereich
zu definieren wie Prof. Dr. Ingrid Gissel-Palkovich von der Fachhochschule Kiel in
ihrem Referat ausführte. Sie legte in einem bildhaften Vergleich dar: „Mit "Qualität" in
der Jugendhilfe verhält es sich wie mit einem schönen Sommer: Was letztendlich
darunter verstanden wird, variiert aus der Sicht eines Urlaubers und aus der Sicht
eines Bauern sehr stark.“ Daher plädierte sie für Verfahren der umfassenden
Qualitätsentwicklung. In diesen sollten die unterschiedlichen Sichtweisen aller
Beteiligten in einem prozesshaften Vorgehen integrativ berücksichtigt werden.
Schwierig sei es auch zu bestimmen, wie Erfolg bei
Fremdunterbringungsmaßnahmen zustande kommt. Dies wurde in den
Ausführungen von Prof. Dr. Peter Pantucek von der FH St. Pölten deutlich. Erfolg -
so seine Analyse auf Basis von Erfahrungsberichten – kommt oftmals nicht aufgrund
gezielter Interventionen zustande. Sie wird oft durch zufällige, nicht planbare
Umstände erreicht.

Ständige Weiterentwicklung
Auf die Bedeutung einer ständigen prozesshaften Weiterentwicklung von Qualität
verwies auch Dr. Wolfgang Apfelthaler als Vertreter der privaten Trägerorganisation
„Rettet das Kind“. Diese – so sein Plädoyer – solle geprägt sein durch
wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie wird weiters beeinflusst durch die Entwicklung
der Organisation. Und sie wird dominiert durch die individuelle Persönlichkeit jedes
einzelnen Kindes.
Als Fazit der Fachreferate lässt sich daher ableiten: Qualitätsentwicklung im Bereich
der Fremdunterbringung sollte in einem Dialog stattfinden. In diesen sollten
VertreterInnen aller Beteiligten eingebunden werden.


Qualität im Verlauf der Fremdunterbringung
Diesen Leitlinien folgt auch das von der Fachhochschule initiierte und bei der Tagung
näher präsentierte Projekt „Qualität im Verlauf der Fremdunterbringung“. Dieses ist
ein Teilprojekt der Entwicklungspartnerschaft „Donau – Quality-In-Inclusion“ und wird
im Rahmen der europäischen Projektinitiative EQUAL durchgeführt.
Qualitätsstandards für Fremdunterbringung werden dabei nicht von einem
wissenschaftlichen Team alleine entwickelt. Vielmehr werden die Kriterien
entsprechend dem dialogischen Prinzip unter Einbezug von unterschiedliche
Stakeholdern, darunter ProfessionistInnen aus der Praxis und VertreterInnen der
Jugendwohlfahrtsbehörde erarbeitet. Die Sichtweise der betroffenen Familien wird
systematisch einbezogen. Dadurch soll es gelingen, einen Leitfaden zur
Einschätzung der Qualität von Fremdunterbringungseinrichtungen zu erarbeiten, der
auf breite Akzeptanz stößt.


Workshops zu Fachthemen
Der dialogische Austausch wurde am Nachmittag in Workshops zu Fachthemen und
einer abschließenden Podiumsdiskussion dann auch konkret praktiziert. Dabei hatte
die interessierte Fachöffentlichkeit Gelegenheit, relevante Aspekte zum Thema
Qualität in der Fremdunterbringung einzubringen.
Der Dialog wird auch über die Fachtagung hinausgehend in weiteren
Veranstaltungen fortgesetzt.


Rückfragehinweis:
Mag.a (FH) Andrea Viertelmayr
Tel: +43 (0) 2742 313 228-554, mobil: +43 (0) 676/ 847 228 554
Email: » andrea.viertelmayr@fh-stpoelten.ac.at


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