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Donau-Universität Krems und „Die Presse“ luden zur Podiumsdiskussion zum Thema Zeit im Leopold Museum

Krems (kpr). Der Alumni-Club der Donau-Universität Krems lud am 24. Jänner gemeinsam mit der Tageszeitung „Die Presse“ seine AbsolventInnen zur ersten Podiumsdiskussion im Rahmen der Gesprächsreihe „Blue Hour“. Moderater Michael Prüller, stellvertretender Chefredakteur der „Presse“, diskutierte mit Unternehmensberater und Wirtschaftspsychologen Othmar Hill und dem Erziehungswissenschaftler, Autor und Philosophen Fritz Reheis zum Thema „Keine Zeit!?“ über den individuellen Wert von Zeit, die Möglichkeiten der Entschleunigung, über humanistisches Management als Gegenpol zur rasenden Gesellschaft und innovative Arbeitszeitmodelle. Mit 150 Gästen und damit ausgebuchtem Saal im Leopold Museum ein gelungener Auftakt der Gesprächsreihe.

„Wir sind Täter und Opfer gleichzeitig“, antwortete Dr. Othmar Hill auf die Frage, ob adäquates Zeitmanagement in der Hand des Individuums oder doch vielmehr in jener der Gemeinschaft liege. Der ausgebildete Wirtschaftspsychologe und Gründer des Beratungsunternehmens Hill International ist überzeugt, dass es primär Einteilungssache ist, mit dem wertvollen Faktor „Zeit“ richtig umzugehen. „Man muss sich auch selber dagegen wehren“, so Hill. Etwa wenn es darum gehe, unzumutbare Arbeitszeitbedingungen im Gesundheitswesen zu bekämpfen. Hill bringt sein Know-how seit einigen Jahren verstärkt im Gesundheitswesen im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung ein. An der Donau-Universität Krems ist er Vortragender im Studiengang „Management in Einrichtungen des Gesundheitswesens“. „Gerade im Gesundheitsbereich gibt es extrem viel Verbesserungspotenzial, das ohne großen Aufwand ausgeschöpft werden kann“, so der Experte. Es fehle in allen Bereichen.

Entschleunigung versus rasende Gesellschaft
Berater Hill rät der „rasenden Gesellschaft“ zur bewussten Entschleunigung. Dazu müsse und könne jeder persönlich beitragen. Hemmschuh sei jedoch die Angst davor, zu langsam zu sein oder etwas zu verpassen. „Die Lebensgier führt uns in den Stress“, sagt Hill, der mit seinem Unternehmen mittlerweile in 20 Ländern mit über 30 Büros vertreten ist und von sich behauptet, nicht unter Stress zu leiden.
Dass langsamer werden durchaus Vorteile mit sich bringt, davon ist auch Fritz Reheis überzeugt. Im Gegensatz zu seinem Diskussionspartner aber auch davon, dass es im Leben nur wenige Bereiche gibt, in denen der Einzelne frei über seine Zeit verfügen kann. „Es gibt zahlreiche offensichtliche und weniger offensichtliche Zwänge, also die Zeitdiebe unseres Alltags“, erklärt Reheis. „Wenn man bedenkt, dass die Ausgaben für Werbung gleich hoch sind, wie die für Bildung, zeigt sich, wie groß der Einfluss von außen ist.“

Politische Lösungen und neue Arbeitszeitmodelle gefordert
Der ehemalige Gymnasiallehrer ist ausgebildeter Soziologe, Politik- und Erziehungswissenschaftler und Autor von Büchern wie „Die Kreativität der Langsamkeit: Neuer Wohlstand durch Entschleunigung“ oder „Entschleunigung. Abschied vom Turbokapitalismus“. Seit 2005 lehrt Reheis an der Universität Bamberg am Lehrstuhl für Politikwissenschaft. Um vor der Wucht der täglichen Herausforderungen nicht zu kapitulieren, brauche es generelle Lösungen. „Etwa das Grundrecht auf humane Arbeit. Das muss politisch umgesetzt werden und kann nicht vom Einzelnen abhängig sein“, erklärt Reheis. Es seien andere Arbeitszeitmodelle gefordert, die nicht ausschließlich den Profit des Unternehmens, sondern auch die persönlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer berücksichtigen.
Als Gründer des Instituts für Humanistisches Management pflichtet Othmar Hill Reheis bei. „Der Umgang mit humanem Potenzial ist schleißig.“ Humanistisches Management würde Effizienz mit menschlichen Ansprüchen kombinieren, erklärt Hill sein Konzept. Unter anderem kritisiert er in diesem Zusammenhang die wenig wertschätzende Haltung gegenüber der älteren Bevölkerung. In Österreich gebe es zwei Millionen Pensionisten, das bedeute 70 Millionen Jahre Berufserfahrung, auf die nicht zurückgegriffen werde.

Alumni-Club Diskussionsreihe „Blue Hour“
Im Rahmen der „Blue Hour“, der neuen Initiative des Alumni-Clubs der Donau-Universität Krems, finden regelmäßig Gespräche und Diskussionen mit prominenten Persönlichkeiten in angenehmer Atmosphäre statt. Die „Blue Hour“ bietet damit den Absolventinnen und Absolventen der Donau-Universität Krems die Möglichkeit, aktuelle Themen zu diskutieren, neue ExpertInnen kennen zu lernen und Erfahrungen mit den ehemaligen Studienkolleginnen und Kollegen auszutauschen. Die so genannte „blaue Stunde“ ist eine kurze Zeitspanne unmittelbar vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang, deren spezielle Lichtverhältnisse eine einzigartige Stimmung bewirkt.

Die nächste „Blue Hour“ findet am 25. April 2007 zum Thema „The Wind of Change“ statt.

Nähere Informationen und Terminankündigungen unter
» www.donau-uni.ac.at/alumni
(26.01.2007)



Rückfragen
Mag. Rita Starkl
Alumni-Club
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2254
» rita.starkl@donau-uni.ac.at
» www.donau-uni.ac.at


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