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Bezugnehmend auf die Berichterstattung über den Delfin “Jean Floch”, der an der französischen Westküste für Aufsehen gesorgt hat, da er "Fischer terrorisierte" und "Ruderboote versenkte" nimmt die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS wie folgt Stellung:

Die WDCS ist der Ansicht, dass die Aussage von Henri Le Lay, Präsident des Sportboothafens von Brezellec („Er ist wie ein tollwütiger Hund“) übertrieben und nicht gerechtfertigt ist.

Nicolas Entrup, Geschäftsführer der WDCS Deutschland führt aus:
„Es ist keine Neuigkeit, dass einzeln lebende Delfine, wie z.B. eben der Große Tümmler „Jean Floch“, vielfach von Booten fasziniert sind und sich diesen vermehrt nähern. In einem solchen Fall sollte die lokale Bevölkerung aufgeklärt werden. Bootsführer sollten gebeten werden, Boote vorsichtiger zu manövrieren, um Verletzungen des Tieres zu vermeiden. Es ist unbestritten, dass Delfine in Stresssituationen auch „unangenehmes“ Verhalten an den Tag legen können - es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie für Menschen außerhalb des Wassers eine Gefahr darstellen. Frustration und Aggression von Delfinen in Reaktion auf äußere Umstände sollten uns jedoch daran erinnern, dass der Mensch in seinen Taten respektvoll mit diesen Tieren und ihrem Lebensraum umzugehen hat. Die WDCS begrüßt und unterstützt die Erarbeitung von Empfehlungen im Umgang mit Delfinen in solchen Situationen, wie dies nun von lokalen Experten in Frankreich der Fall ist.

Die WDCS hat erst kürzlich einen internationalen Workshop abgehalten, der sich mit der Problematik der „solitären“ d.h. einzeln auftretenden Delfinen und etwaigen Empfehlungen befasste. Es hat den Anschein, dass die Anzahl solitärer Delfine weltweit ansteigt. Dies könnte durchaus auf den zunehmenden Eingriff des Menschen durch seine Aktivitäten im marinen Ökosystem hervorgerufen sein. Europäische Küstengewässer sind der Lebensraum zahlreicher Delfinarten. Eine der wesentlichen Erkenntnisse des Workshops ist, dass die solitären Tiere in diesen Situationen vor allem durch menschliche Aktivitäten gefährdet sind und nicht umgekehrt. In vielen Fällen wurden die Delfine durch menschliche Aktivitäten, wie z.B. Kollisionen mit Booten, getötet - so geschehen Anfang dieses Jahres in Portsmouth, UK.

Die WDCS empfiehlt, dass niemand versucht, mit „Jean Floch“ und Delfinen in solchen Situationen zu schwimmen, da sich auch der Mensch in eine gefährliche Situation bringt. Wir raten zur äußerten Vorsicht beim Manövrieren von Booten und empfehlen, den Delfin zu meiden.

Große Tümmler stehen in europäischen Gewässern unter strengem Schutz. Dieser sollte aufrecht erhalten und in der Praxis angewendet werden.“

Mehr Informationen:
Nicolas Entrup, Tel 0171 1423117,
» nicolas.entrup@wdcs.org
» www.wdcs-de.org

(2006-08-31)


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