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Wissenschaftlicher Walfang eine Farce!


Reykjavik, München, 6. September 2006: Ein isländischer Regierungsbeamter bestätigt, dass Island den Export von zwei Tonnen Walfleisch an die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln in den nächsten Tagen durchführen wird. Der Inselstaat hatte bislang öffentlich behauptet, der Walfang diene ausschließlich wissenschaftlicher Forschung. Walschützer gehen sowohl mit der Isländischen als auch der Dänischen Regierung hart ins Gericht.


Der Isländische Regierungsvertreter bestätigte, dass die primäre Motivation des wissenschaftlichen Walfangs kommerzieller Natur sei. Isländischen Presseberichten zufolge wird das Walfleisch für 9 US$ pro Kilo veräußert, wodurch auch ein „Anreiz für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs gegeben werden soll“.


Eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit dieser Handelsaktivitäten ist die Folge, gilt doch auch für Walprodukte ein internationales Handelsverbot. Island hat aber auch gegenüber dieser Bestimmung ein Veto eingelegt. Die Färöer Inseln sind kein Mitgliedsstaat des dafür zuständigen Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), jedoch Dänemark, das vor fast 30 Jahren auch im Namen der Färöer-Inseln diesem UN-Abkommen beigetreten ist. Nachdem vor wenigen Jahren bereits Norwegen Walfleisch an die Fähringer geliefert und Dänemark in Kritik geraten war, erklärte es, das die Färöer-Inseln nicht an die Artenschutzbestimmungen gebunden seien, da sie zunächst erst die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzungen der Gesetze schaffen müssen.


„Dänemark hat nun fast 30 Jahre Zeit gehabt, dieses Schlupfloch zu schließen. Dieses Versagen ist Resultat einer komplett verfehlten Artenschutzpolitik“, kritisiert Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS, den Nachbarstaat Deutschlands.
Island hatte vor wenigen Wochen angekündigt, auch den Handel mit Fleisch von Finnwalen, die stark gefährdet sind, und somit auch deren Bejagung wieder aufzunehmen. „Island als auch Dänemark provozieren die internationale Staatengemeinschaft und sind für die weitere Eskalation der Walfangdiskussion mitverantwortlich. Wir fordern die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union auf, Druck auf die Island und Dänemark auszuüben, um den Respekt für die Einhaltung internationaler Artenschutzbestimmungen wieder herzustellen und zu einem effizienten Walschutz beizutragen. Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei“ sagt der WDCS-Sprecher.

Island verließ 1992, nur wenige Jahre nach Inkrafttreten des kommerziellen Walfangverbotes 1986, die Internationale Walfangkommission (IWC) und trat 2002 mit einem Vorbehalt gegen das Moratorium bei. Gleich im Folgejahr nahm es unter dem Vorwand der „wissenschaftlichen Forschung“ trotz heftiger internationaler Kritik den Walfang wieder auf. Seither haben isländische Walfänger mehr als 160 Zwergwale getötet.


Dänemark hat bei der diesjährigen Tagung der Internationalen Walfangkommission deutlich die Legalisierung des kommerziellen Walfangs gefordert. Die WDCS verfügt über Indizien, dass auch die Fähringer selbst wieder Jagd auf Großwale machen möchten. Jährlich werden bereits mehr als 1000 Kleinwale in Treibjagden brutal getötet.


Für weitere Informationen:
Nicolas Entrup, WDCS, Tel. 089 6100 2395, Mobil. 0171 1423 117


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