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Rezension von Wolf-Dieter Storls „Streifzüge am Rande Midgards“.


Mayas, Aborigines, Cheyenne – vereinzelt gibt es sie noch, die traditionell lebenden Naturvölker. Das Erforschen und Vermitteln von verschiedenen Kulturen ist Aufgabe und Ziel der Kulturanthropologen. Denn noch immer wissen wir sehr wenig über die Naturvölker und ihre Art zu leben. Vor allem ihr Naturverständnis ist den zivilisiert lebenden Menschen fast komplett verloren gegangen. Gerade in der heutigen sehr schnelllebigen und digitalisierten Welt gibt es immer mehr Menschen, die sich für ein bewussteres und naturbezogenes Leben interessieren und auch entscheiden. Nicht ohne Grund liegen die Bereiche Wellness, asiatische Heilmethoden und Yoga im Trend. Der Kulturanthropologe Wolf-Dieter Storl hat sich vor rund 20 Jahren für ein Leben im Einklang mit der Natur entschieden. Seitdem nutzt er jede Möglichkeit, um seine Erfahrungen und sein Wissen weiterzugeben, so auch in seinem neuen Werk. Die Geschichten- und Erlebnissammlung „Streifzüge am Rande Midgards“ ist jetzt im Koha-Verlag erschienen.


Wolf-Dieter Storl wurde 1942 in Deutschland geboren und wanderte Anfang der 50er Jahre mit seinen Eltern in die USA aus. Bereits von Kindesbeinen an verbrachte er viel Zeit in der Natur. Daher verwundert es nicht, dass er nach der Schule mit dem Studium der Ethnobotanik und der Kulturanthropologie begann. Der promovierte Wissenschaftler lehrte bereits in sehr jungen Jahren an verschiedenen Universitäten in den USA, Indien und Europa. Trotz glänzender Karriereaussichten entschied er sich nach rund 20 Jahren Lehre bewusst für ein Leben im Einklang mit der Natur. Er wohnt zurückgezogen mit seiner Familie im Allgäu. Außerdem ist Storl erfolgreicher Buchautor, der mit „Ich bin ein Teil des Waldes“ seine Lebensgeschichte veröffentlichte. Bekannt ist er auch als „Schamane aus dem Allgäu“.


Laut Definition sind Trance, Seelenreisen und veränderte Bewusstseinszustände zentrale Elemente des Schamanismus. Alle diese Elemente hat Storl selbst erfahren und beschreibt sie in seinem neuen Werk „Streifzüge am Rande Midgards“.
Storl leitet seine Erfahrungssammlung mit Begriffsdefinitionen ein. So erklärt er die Welten Midgard (die Welt der Lebewesen), Utgard (die Welt der Trolle und Riesen) und Asgard (die Welt der Götter), die aus der germanischen Mythologie stammen. In groben Zügen zeigt Storl danach die Möglichkeiten und Gefahren von schamanischen Wanderungen zwischen diesen Welten auf. Seine zentrale These des Buches lautet: „Jedes Volk braucht Schamanen, braucht Reisende in andere Dimensionen, um Gefahren zu erkennen, die im Werden begriffen sind, um die Geister zu besänftigen, um Hilfe aus höheren Welten zu erlangen.“


Auch wenn das Buch eher einem Roman gleicht, hat es dennoch starke wissenschaftliche Züge. So arbeitete Storl mit den kulturanthropologischen Methoden „teilnehmende Beobachtung“ und „Feldforschung“. Die „Streifzüge am Rande Midgards“ sind den verschiedensten Reisen durch Indien, die USA und Teile Europas entlehnt, die aber nicht in der zeitlichen Abfolge erzählt werden. Im ersten und letzten Kapitel berichtet Storl von seinen Reisen durch Indien, was deutlich macht, wie prägend diese Erfahrungen für ihn waren. Unabhängig von seinen Reiseerfahrungen kritisiert er im dritten Kapitel seines Buches die allgemeine Digitalisierung der Welt. Das Fernsehen präge das Bewusstsein der Menschen, dominiere ihre Gedanken und Anschauungsweisen und beeinflusse somit auch die politischen Entscheidungen, so Storl. Er kritisiert vor allem das Fernsehverhalten der US-Amerikaner, für die der Fernsehapparat die Wirklichkeit definiere. Auch wenn er Fernsehen und Computer kritisch gegenübersteht, weiß er dennoch um die Notwendigkeit des Umgangs mit diesen Medien. Einen wichtigen Teil des Buches nehmen auch seine Erlebnisse und Erfahrungen mit den Indianern ein. So machte er zwei Jahre lang eine Pflanzenwanderung mit einem Medizinmann, der ihn in die Heilkünste und die Medizin der Cheyenne einweihte. Diese Erfahrung bezeichnet Storl selbst als das Schlüsselergebnis für sein jetziges Leben. Zum Ende seines Buches analysiert er die Vor- und Nachteile eines spirituellen und naturbewussten Lebens, das durch den Boom der letzten Jahre Veränderungen unterliegt.


Als Forscher im Bereich Kulturanthropologie besteht immer die Gefahr des „going native“, also die Identifizierung mit anderen Lebensformen. Diese wissenschaftliche Distanz, hat Storl relativ schnell verloren. Sein Werk „Streifzüge am Rande Midgards“ ist daher auch nicht als wissenschaftliche Abhandlung zu betrachten. Es ist vielmehr ein Erlebnisroman, der aber kulturanthropologisch geprägt ist. Storl erzählt faszinierende Geschichten von seinen Reisen, Wanderungen und Pilgerfahrten. Immer wieder erlebt er dabei Weltenwanderungen, bei schamanischen Riten, bei Gottesverehrungen oder beim Wellenreiten. Auch wenn diese Erfahrungen teilweise sehr mystisch anmuten, weiß Storl damit jeden Leser in seinen Bann zu ziehen.


Wolf-Dieter Storl ist geboren in Sachsen und aufgewachsen in den USA. Er ist Ethnobotaniker und Kulturanthropologe. Zwanzig Jahre lang lehrte er als Dozent und College-Professor an verschiedenen Universitäten in den USA, in Indien und Europa. Seit 1998 lebt er mit seiner Familie als freischaffender Schriftsteller im Allgäu. Von Wolf-Dieter Storl sind zahlreiche Bücher sowie Artikel in Fach-Zeitschriften erschienen. Er hält Vorträge und Seminare in allen Teilen Deutschlands.

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(2006-07-18)


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