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| English Press Releases |

Migräne: Sexmotor o. Risikofaktor für Depressionen


MigräneLiga e.V. Deutschland klärt über neueste Erkenntnisse auf

In jüngster Zeit häufen sich neue Forschungsergebnisse zur Migräne. Der niedrige Spiegel des Hormons Serotonin ist nicht nur für Migräne-Attacken verantwortlich. Auch eine höhere sexuelle Aktivität wird durch einen niedrigen Serotoninspiegel angetrieben, so eine aktuelle Studie. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Eine Studie der Migräne Liga Deutschland e.V. ergab, dass das Familienleben durch Migräne erheblich beeinträchtigt wird. Ebenso liegen Forschungsergebnisse vor, die ein dreifach höheres Risiko für Depressionen bei Migränikern belegen. Daher ist eine zielgerichtete und effektive Therapie für acht Millionen Erkrankte in Deutschland um so wichtiger. „Für den Migräne-Patienten ist es wichtig, selbst an seiner Krankheit zu arbeiten. Dazu gehört das Führen eines Migränetagebuches, Vorbeugung durch Entspannungstechniken und eine zielgerichtete Medikamentöse Therapie mit Triptanen“, fasst Dr. Ronald Brand, ärztlicher Leiter der Migräneklinik Königstein und Experte der MigräneLiga Deutschland e.V. zusammen. Im Gehirn wirken Triptane ähnlich wie Serotonin. Ein seit dem 1. Juni 2006 frei verkäufliches Triptan sollten nach Empfehlung der Experten jedoch nicht ohne neurologisch gestellte Diagnose eingenommen werden. „Diese spezifischen Medikamente sind ausschließlich bei diagnostizierter Migräne wirksam, nicht jedoch bei Spannungskopfschmerz“, verdeutlicht Dr. Brand. Zudem ist die Gefahr groß, dass die behandelnden Ärzte ihr Budget auf Kosten des Patienten entlasten: Selbst wenn ein Migränekranker ein verschreibungspflichtiges Triptan besser verträgt, wird er zum Kauf des frei verkäuflichen Mittels aus eigener Tasche angehalten – diese Tendenz sehen die Experten mit Sorge.

Hormone, Herzerkrankungen und Schlaganfall
Der Gehirnbotenstoff Serotonin scheint für viele Krankheitsbilder verantwortlich zu sein. Das Hormon sorgt im Gehirn für die Verengung der Blutgefäße und steuert Stimmung, Schlafrhythmus sowie Sexualtrieb. Daher wundert es nicht, dass vermeintlich widersprüchliche Symptome eines zu niedrigen Serotoninspiegels zusammen hängen. Die Ergebnisse einer kleineren Studie legen nahe, dass Migränepatienten häufiger sexuell aktiv sind als der Durchschnitt. Umfangreichere Studien belegen allerdings, dass Migränepatienten ein dreifach höheres Depressions-Risiko haben, da der Mangel an Serotonin für beide Erkrankungen ursächlich ist. Aber nicht nur hormonell bedingte Erkrankungen treffen Migränepatienten häufiger. Auch belegen Studien, dass jüngere Frauen mit Migräne ein drei- bis vierfach erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Neuere Untersuchungen belegen, dass bei jedem zweiten Migränepatienten eine Öffnung in der Herzscheidewand nachweisbar ist.
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Fatale Vererbung
Migräne ist eine komplexe Erkrankung. Bei Migräne-Kranken stehen die Nervenzellen unter Dauerstress: Ständig erhalten sie elektrische Impulse und bilden Botenstoffe, um Nachbarzellen zu stimulieren. Sie feuern ihre Signale durch das Gehirn und steuern so die Körperreaktionen. Bei dieser ständigen Überreizung braucht das Gehirn öfter eine Auszeit. Es schüttet hemmende Botenstoffe aus, die jedoch gleichzeitig Entzündungen bewirken – und jeder Pulsschlag an den entzündeten Gefäßwänden für den typisch pochenden Migräneschmerz sorgt. Migräne mit Aura, an der jeder vierte Patient leidet, wird vererbt: Bei den Betroffenen wird zuviel Zellgift Homocystein gebildet. Auch für hemiplegische Migräne, die mit Lähmungserscheinungen einhergeht, wurden Defekte auf den Chromosomen 1 und 19 nachgewiesen. Diese fehlerhaften Genabschnitte führen zu Störungen bei Nervenzell-Proteinen, die eine Übertragung der Signale von Zelle zu Zelle ermöglichen. Arbeiten sie nicht korrekt, können Schmerzimpulse nicht richtig verarbeitet werden.

Selbst ist der Patient
„Entscheidend für die Häufigkeit oder Stärke von Migräneattacken ist jedoch nicht die Vererbung – das sind die Auslöser“, darauf weist Dr. Brand hin. Denn: Wer zwar die genetische Veranlagung zu Migräne hat, kann auch ohne häufige Attacken leben. „Im Einzelfall sind die Auslöser sehr verschieden. Nahrungsmittel, Schlaf-Wach-Rhythmus, emotionale Belastungen oder das Einsetzen der Menstruation können eine Attacke auslösen“, so Dr. Brand. Viele Betroffene reagieren auf Nitrate oder Amine, die in zahlreichen Lebensmitteln wie z.B. Schokolade vorkommen und eine entzündungs- und schmerzauslösende Wirkung auf das Migräne-Gehirn haben. „Die moderne Migräne-Therapie sollte immer beides beinhalten“, rät Dr. Brand, „zum einen vorbeugende Maßnahmen wie Entspannungsübungen und eine Ernährungsumstellung, zum anderen wirksame Migränemittel wie Triptane, um akute Attacken schnell zu bekämpfen oder als Prophylaxe-Medikament.“www.migraeneliga.de Herausgeber
MigräneLiga e.V. Deutschland, Westerwaldstraße 1,
65462 Ginsheim-Gustavsburg


Pressekontakt

Medical Consulting Group, Sabine Günther,
Mörsenbroicher Weg 200, 40470 Düsseldorf,
Tel. 0211 / 51 60 45-180, Fax 0211 / 51 60 45-261,
E-Mail: sabine.guenther@medical-consulting.de

(2006-08-17)


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