Umfrage unter Augenärzten zu Mouches volantes (Eye Floaters)

Floco Tausins Umfrage unter mehreren hundert Augenärztinnen und Augenärzten zum Thema „Grösse und Leuchtkraft der Mouches volantes“ steht ganz im Zeichen des Mottos: „Keine Antwort ist auch eine Antwort“ …

Eine der für mich wichtige und relativ leicht zugängliche Beobachtung an Mouches volantes ist jene, dass die Punkte und Fäden bei längerer Konzentration darauf allmählich kleiner werden und zu leuchten beginnen. Diese Lichtwahrnehmung lässt sich gut im Einklang mit mystischen und meditativen Lichtwahrnehmungen deuten. Was aber sagt die Augenheilkunde dazu, die in unserer Gesellschaft ja das Erklärungsmonopol dieser Punkte und Fäden beansprucht?

Blicken wir zurück:
Vor einigen Jahren hat eine Bekannte von mir eine nicht repräsentative Umfrage unter deutschsprachigen Augenärzten durchgeführt siehe newsaugust2005. Bei Frage 3 wollte sie damals wissen: „Warum verändern sich Mouches volantes bei Konzentration darauf? Warum werden sie kleiner, schärfer und leuchtend?“

Die zwei Arten von MV-Kugeln im Übergang von einem entspannten (links) zu einem konzentrierten (rechts) Zustand.

Die zwei Arten von MV-Kugeln im Übergang von einem entspannten (links) zu einem konzentrierten (rechts) Zustand. (Quelle)

Von den 15 Ärztinnen und Arzte, die auf die Umfrage antworteten, nahmen 60% (9) keine Stellung zur Möglichkeit von einem Leuchten in den Mouches volantes; für 5 Befragte (33%) sind sie möglich, für 7% (1) dagegen unmöglich. Für die Erklärung des Leuchtens in den Mouches volantes gaben 2 (13%) an, dass Mouches volantes Licht streuen bzw. reflektieren könnten; für einen der Ärzte (7%) können nur kristalline Mouches volantes leuchten (z.B. eingelagertes Cholesterin), während ein anderer (7%) Lichtwahrnehmungen mit dem umgekehrten Nachbildeffekt erklärt: Der Schatten auf der Netzhaut erzeuge ein heller Fleck vor hellem Hintergrund. Interessant ist weiterhin, dass einige der Ärzte (26%, (4)) psychische Bedingungen wie z.B. das fokussierte Beobachten der Mouches volantes (Konzentration), Meditation oder Autosuggestion angaben, die zu einem veränderten Bewusstseinszustand und damit zu optischen Illusionen wie Lichtwahrnehmungen führen können.

Da diese Antworten weder repräsentativ noch eindeutig sind, wollte ich es nochmals genau wissen. Ich habe Mitte Juli an mehrere hundert Augenärztinnen und -ärzte folgende Fragen gesendet:

„…

Ich wende mich an Sie, um mir folgende 3 Beobachtungen zum Thema „Grösse und Leuchtkraft der MV“ auf der Basis des heutigen augenheilkundlichen/physikalischen Wissens zu erklären:

1) Ich betrachte einen MV-Faden, der gross und transparent ist. Wenn ich nun meine Augen zusammenkneife und denselben Faden durch die Wimpern hindurch sehe, sieht er kleiner und leuchtender aus. Woher kommt das?

2) Ich betrachte die MV auf einem weissen Blatt Papier. Wenn ich das Papier mit ausgestreckten Armen vor mir halte, sehen die MV gross und transparent aus. Wenn ich das Blatt jedoch an mich heranziehe, bis auf meine Nasenspitze (und dabei die MV stets im Blick behalte), dann sehe ich, wie die MV mit zunehmender Nähe kleiner und leuchtender werden.
Woher kommt das?

3) Ich betrachte die MV am Himmel. Zuerst sehe ich sie stets als gross und transparent. Je länger ich sie jedoch beobachte, desto mehr tendieren sie dazu, klein und leuchtend zu werden. Wenn ich die Konzentration beende und für eine Weile sonst wohin blicke, dann wieder auf die MV, dann sehe ich sie wieder gross und transparent. Woher kommt das?

…“

Die Antworten kann man nicht einmal mehr „mager“ nennen; gerade mal 3 Ärzte haben darauf geantwortet. Als Grund dafür vermute ich eine Mischung aus Zeitmangel und Misstrauen meinem holistischen Projekt gegenüber, das wissenschaftliche wie spirituelle Befunde zu integrieren versucht.

Die vorliegenden Antworten ergeben naturgemäss kein klares Bild:

Frage 1 wurde in einem Fall mit „weiss nicht“ beantwortet und in 2 Fällen physikalisch erklärt (Konstrasterhöhung durch Verkleinerung der Blende; bzw. „Brechung am Spalt“).

Frage 2 wurde in einem Fall mit dem Verbrauch der Farbsehstoffe (führt zu härteren Konturen und einem Leuchteffekt) erklärt, in einem weiteren Fall mit „weiss nicht“ und im letzten Fall ebenfalls physikalisch (Blick in die Nähe > Verengung der Pupille > mehr Kontrast; zudem würden die Punkte und Fäden kleiner erscheinen durch grössere Brechkraft der Linse).

Frage 3 wurde in einem Fall wieder mit dem Verbrauch der Farbsehstoffe erklärt, in einem anderen Fall wieder mit „weiss nicht“ und im dritten Fall durch die Bewegung der MV zur Netzhauf aufgrund des Blicks nach oben.

Ob die gegebenen Antworten zutreffen oder nicht, soll hier nicht erörtert werden. Denn mit drei Antworten ist diese Umfrage alles andere als repräsentativ, zudem zeichnet sich bereits eine erstaunlich grosse Uneinigkeit in den Erklärungsansätzen ab. Die vorläufige Schlussfolgerung meinerseits ist, dass das physikalisch-optische Paradigma durchaus fähig ist, Erklärungsansätze für die Lichterscheinung in den MV zu erzeugen; allerdings scheint es hier keine allgemein gültige zu geben. Warum? Die frappierende Offenheit von einem der Ärzte spricht Bände: „Die Fragen, die ich mit „weiß nicht“ beantwortet habe, müsste ich durch Eigenversuche nachvollziehen, um Ihnen eine Erklärung zu liefern. Dazu fehlt mir allerdings die Motivation, da ich keine Relevanz entdecken kann.“

Floco Tausin (Leuchtstruktur-Verlag)

www.mouches-volantes.com