Bilder von entoptischen Phänomenen (Mouches volantes)

Die Rubrik „Bilder des Quartals“ der News „Ganzheitlich Sehen“ von Floco Tausin stellt realistische, künstlerische und/oder spirituelle/religiöse Darstellungen aus verschiedenen Kulturen und Zeiten vor, die entoptische Phänomene (Mouches volantes, Glaskörpertrübungen) zeigen oder durch sie inspiriert sein könnten:

Religiöse Darstellung und Mouches volantes (sogenannte Glaskoerpertruebungen) von Pierre Woeiriot

Pierre Woeiriot, Adam und Eva im Paradies, 1560-1580, 17,9x22, Kupferstich.

Pierre
Woeiriot, Adam und Eva im Paradies, 1560-1580, 17,9×22, Kupferstich.

Der Franzose Pierre Woeiriot (1532-1596) zählte zu den so genannten Kleinmeistern, eine Gruppe von Künstlern des 16. Jh., die sehr zarte und detaillierte Arbeiten, v.a. Kupferstiche, in kleinen Formaten anfertigten. Der Kupferstich „Adam und Eva im Paradies“ ist einer von mehreren Darstellungen des Alten Testaments, die Woeiriot um 1560 begann und 1580 veröffentlichte.

In „Adam und Eva im Paradies“ wird Gott in Form einer hellen Kugel dargestellt, die mit den hebräischen Lettern JHWE (= Jahwe, Gott) beschriftet ist. Dass das Göttliche bzw. „Heilige“ in Kreis- oder Kugelform erscheint, ist in der darstellenden Kunst verbreitet und beschränkt sich nicht auf das Christentum oder auf Europa (siehe Newsletter 3/2007, 4/2007, 2/2008, 4/2008). Das Interessante an dieser Darstellung ist die sichtbar gemachte Verbindung von Gott und Mensch. In der biblischen Genesis heisst es hierzu: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ (Gen 1.27). Konkreter wird Gen 2.7: „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“.

Diese Schöpfungsvorstellungen weisen Parallelen zur Ansicht der Seher auf, dass wir an einer bestimmten Kugel in der Leuchtstruktur „angenabelt“ sind. Aus dieser Kugel heraus haben wir uns vom reinen Bewusstsein zur verkörperten Person entwickelt. Der von den Sehern gelehrte „Weg in der Leuchtstruktur“ ist nun der umgekehrte Schöpfungsvorgang, insofern wir uns bemühen, zu dieser einen Kugel zurückzufinden. Diese Vorstellung basiert auf der visuellen Erfahrung einer Seherin oder eines Sehers, dass er oder sie in intensiven Bewusstseinszuständen auf eine ganz bestimmte Kugel in der oberen linken Hälfte des Bildes (wie auch auf dem Bild von Woeiriot dargestellt) zugeht. Diese eine Kugel, von den Sehern „Quelle“ genannt, ist gleichzeitig auch ein Kugelschlauch bzw. eine Röhre, insofern sie sich auf jeder Bewusstseinsschicht erneut abbildet. Das abstrahlende Licht der „Quelle“ empfinden die Seher als nährendes Bewusstseinslicht, in der Bibel „Odem“ genannt.

Das in der Genesis genannte „Ebenbild“ Gottes würde aus einer seherischen Perspektive bedeuten, dass der Mensch in Wirklichkeit eine leuchtende Kugel ist, sei es eine „männliche“ (innen hell, aussen dunkel) oder eine „weibliche“ (innen dunkel, aussen hell). Im Bild von Woeiriot ist dies durch den grossen Nimbus (Heiligenschein) angedeutet: Nicht in unserem personhaften und verkörperten Wesen sind wir Gottes Ebenbild, sondern in unserer energetischen Ausstrahlung bzw. in unserem reinen Bewusstsein.

Diese Bilder findet ihr auch in der Galerie sowie im Forum, wo sie zur Diskussion stehen. Ihr habt eigene Zeichnungen von Mouches volantes oder anderen entoptischen Phänomenen (Sternchen/Kreiselwellen, Nachbilder)? Oder ihr wisst von realistischen, künstlerischen und religiösen Darstellungen solcher Erscheinungen? Dann sendet mir das Bild oder gebt mir den Tipp, ich würde es gerne im Newsletter, in der Galerie oder auch im Forum veröffentlichen.

von Floco Tausin – Leuchtstruktur Verlag (Switzerland)

Website: www.mouches-volantes.com

Leave a Comment