In erster Linie sind Aminosäuren Bausteine, aus denen das gesamte Einweiß im menschlichen Körper besteht. Eiweiße machen gut die Hälfte des menschlichen Trockengewichts aus und sind an so gut wie jedem Stoffwechselvorgang im Körper beteiligt. Allerdings muss man hierbei anmerken, dass der Begriff Eiweiß eigentlich falsch ist, denn reines Eiweiß gibt es nur im Ei vom Huhn. Die Substanzen, die umgangssprachlich als Eiweiße bezeichnet werden, sind eigentlich Proteine. Die Proteine bestehen aus sich wiederholenden Einzelbausteinen, den Aminosäuren, die eine sehr komplexe Struktur bilden. So kann ein Protein, dass sich aus 100 Bausteinen zusammensetzt, theoretisch in 10132 Varianten auftreten. Jedes Protein ist als ein Werkzeug anzusehen, welches in seiner Form zu 100 Prozent stimmen muss. Ein einziger falscher Baustein im Protein kann dazu führen, dass es nicht mehr einwandfrei funktioniert. Ist dies der Fall, sind schwere Krankheiten, wie beispielsweise die Sichelzelleanämie (erbliche Krankheit der roten Blutkörperchen), eine Folge. Damit das Protein jedoch die richtige räumliche Struktur aufweisen kann, ist nicht nur die Abfolge der einzelnen Bausteine von Bedeutung, sondern auch die Temperatur. Wenn ein bestimmter Grenzwert überstiegen wird, verliert das Protein nicht nur seine Form, sondern auch seine Funktion. Der menschliche Körper nutzt diese Eigenschaft aus, wenn er Fieber hat. Die Stoffwechselproteine der Krankheitserreger arbeiten aufgrund der erhöhten Temperaturen schlechter. Die Aminosäuren und damit die Proteine sind für den menschlichen Körper der Grundbaustein für Muskeln, Sehnen sowie für das Haut- und Bindegewebe. In Form von Enzymen beschleunigen einigen Proteine bestimmte Stoffwechselvorgänge oder sorgen dafür, dass der Stoffwechsel überhaupt funktioniert. Zudem sind Aminosäuren wichtig für die Körperabwehr und sorgen für einen reibungslosen Transport von Sauerstoff im Blut.



