Aspern Revival 2009: Beton mit Geschichte

Die Pisten des Flugfeldes Aspern haben ihren Platz nicht nur in der Geschichte der österreichischen Luftfahrt, sondern auch im Motorsport.

 Ab 1912 hatte Wien mit dem Flugfeld Aspern einen Flughafen von internationalem Standard. Ab 1923 hatte hier die Österreichische Luftverkehrs AG (ÖLAG), die nationale Fluglinie der Zwischenkriegszeit, ihren Heimathafen.

 Krieg und Besatzungszeit beendeten die Bedeutung von Wien-Aspern als Großflughafen. Im Jahr 1977 endete auf dem Feld mit Funkkürzel „LOWA“ nicht nur der Flugbetrieb.

 In diesem Jahr fand auch die Tradition der Autorennen ihr Ende, die zwanzig Jahre zuvor begonnen hatte. Die größten Stars ihrer Zeit ließen sich von den Betonfugen des Flugfeldes weichprügeln.

 Die internationale Szene machte ihre Aufwartung mit Größen wie Stirling Moss, Jack Brabham (beide später in den Adelsstand erhoben), Jo Siffert, Joakim Bonnier oder Keke Rosberg, um nur einige zu nennen. Daneben drehte natürlich auch alles, was in Österreich Rang und Namen hatte oder noch haben sollte, in Aspern seine Runden.

 Jochen Rindt, Niki Lauda und nicht zuletzt der Jubilar Dieter Quester begannen und festigten hier ihren Ruf als österreichische Motorsportgrößen von internationalem Rang. Rindt hielt in Aspern auch Rennfahrerschulungen ab und gab etlichen später erfolgreichen Piloten die ersten „Ezzes“, dies übrigens gratis. Fahrtips vom Formel-1-Star, heutzutage undenkbar! 

 Der Motorboot-Europameister Quester vollzog bei seinen ersten Aspern-Auftritten den Umstieg auf „festen Boden“ mit einem Porsche Spyder. Und Lauda legte im Formel V die fotografisch dokumentierte unfreiwillige Luftakrobatik ein.

 Mini am Runway

 „50 Jahre Mini“ ist das Motto des Aspern Revival 2009, und nicht zuletzt begann die Karriere des dreimaligen Weltmeisters Niki Lauda mit einem Mini Cooper, wenngleich auch nicht in Aspern.

 Andere Exemplare des flinken Briten wieselten sehr wohl auch bei den Rennen in Wien elegant um die Strohballen, stets mit kokett gelüftetem kurveninnerem Hinterrad. In Österreich war, wohl auch aufgrund der Konkurrenz aus heimischer und italienischer Fertigung, die Mini-Dichte nicht so groß wie in manchen Nachbarländern; aber es gab sie auch bei uns! 

 Bekannte Mini-Bändiger der 1960er waren beispielsweise die Herren Fritz Baumgartner oder Dr. Franz Schmöllerl, der schnelle Arzt aus Korneuburg. Unermüdlich im Dienste der Sache war der auch beruflich mit Mini verbundene Josef Chalupa; und der später im Rallycross europaweit anerkannte Herbert Grünsteidl vertraute ebenfalls auf ein Produkt aus dem United Kingdom. 

 Apropos Rallycross, und abseits des Runways: erwähnt werden muss in jeder Aufzählung österreichischer Mini-Heroes unbedingt auch Gerry Pfeifer, der es mit „Buy British“ bis hin zum Metro 6R4 Gr.B brachte.

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Weitere Informationen zum Aspern Revival samt Bildmaterial finden Sie hier: http://www.pressemeldungen.at/74000/vorschau-auf-den-9-grosen-preis-von-wien-aspern-revival/

historische Mini-Annonce

historische Mini-Annonce (Archiv Urbanek)

 

 

 

 

 

Plan der historischen Rennstrecke Wien-Aspern 1957-1977

Plan der historischen Rennstrecke Wien-Aspern 1957-1977 (Archiv Urbanek)

 

 

 

 

 

 

 

Peter Urbanek

erster Sieger 1957 (Fotograf: Peter Urbanek)