Mouches volantes (Eye Floaters) und Orbs

Orbs

Orbs

Gleich mehrere Leser des Newsletters „Ganzheitlich Sehen“ weisen auf eine mögliche Verbindung von Mouches volantes und Orbs hin. R.S. berichtete von einer Meditationsreise, auf welcher er „Plasmakugeln“ jeweils nach erfolgter Meditation fotografisch festhalten konnte. Einige Mitglieder der „Interessensgemeinschaft Grenzwissenschaft und Paraphänomene“(IGP) äusserten sich ebenfalls zum Verhältnis der beiden Phänomene. In welcher Beziehung stehen Mouches volantes und Plasmakugeln bzw. Orbs?


Orbs, auch Energiekugeln oder Plasmakugeln genannt, sind hell leuchtende, z.T. farbige kugelförmige Gebilde, die manchmal auf Fotografien einzeln oder gesellig für jedermann sichtbar erscheinen. Orbs können auch oval oder sogar lang gezogen sein, eher selten sind sie „löchrig“, bzw. „angeknabbert“. Diese Lichterscheinungen auf Fotos, so die wissenschaftliche Erklärung, sind auf physikalisch-optische Umstände zurückzuführen, etwa auf Reflexionen von Staubteilchen, Wassertröpfchen, Glasscheiben und Ähnliches.

Für manche Erforscher des Spirituellen und Paranormalen ist hingegen klar, dass mehr hinter den Orbs steckt als Physik. Sie untersuchen das Phänomen unter spirituellen, geistigen und religiösen Gesichtspunkten und machen geltend, dass Umstände wie der Grad an „spiritueller Energie“ oder die „heilige Geografie“ über die Erscheinung von Orbs auf Fotos entscheidet. Demnach lassen sich Orbs vorwiegend in der Natur (Wälder, Felder etc.) ablichten sowie an spirituell bedeutungsvollen Orten, etwa alten Kultorten und heiligen Stätten. Die Bewertung der Orbs ist sehr unterschiedlich, meistens werden sie als spirituelle, mythische oder ausserirdische Wesenheiten interpretiert, etwa als Geister oder Seelen von Verstorbenen.

Ein typischer Erfahrungsbericht liegt mir von Rudolf Schuhmacher vor, der anlässlich einer Reise mit einer Meditationsgruppe eine spanische Kirche besuchte. Die Aufnahme eines dunklen Deckengewölbes mit einer Digitalkamera zeigt stärkere und schwächere runde Lichterscheinungen, Orbs. Schuhmacher beobachtete auch innere Strukturen der Orbs und vermutet, dass sie rotieren und deshalb nicht von Auge beobachtet werden können. Für ihn haben sie ganz klar mit Bewusstseinsenergie zu tun, denn sie seien jeweils nur nach erfolgter Meditation erschienen – je intensiver die Meditation, desto zahlreicher die Orbs. Orbs sind damit leuchtende kugelförmige Gebilde, die von unserem Bewusstseinzustand abzuhängen scheinen und dazu tendieren, sich unserer direkten Wahrnehmung zu entziehen. Dasselbe gilt für die MV, könnten Orbs und MV also dasselbe sein?

Die Mitglieder der IGP, die sich unter anderem mit Orbs beschäftigen, sind in dieser Frage uneinig. Für Frank Klare, bei IGP für Transkommunikation und Parapsychologie zuständig, könnten Orbs und MV durchaus dasselbe oder doch ein verwandtes Phänomen sein: Wichtigstes Argument neben der identischen Kugelform ist, dass auch Orbs von Auge gesehen werden können. Für eine Übereinstimmung spricht auch, dass beide als Seelen interpretierbar sind (siehe Newsletter 2/2008) und dass neben der Kugelform auf Fotos z.T. auch fädenartige Gebilde sichtbar sind, Klare spricht von „Flugspuren“ oder „Orb-Sprinter“. Sind Orbs also fotografierte MV? Andere Mitglieder, die auf dem IGP-internen Forum über die beiden Phänomene diskutierten, schliessen eine Übereinstimmung jedoch mehrheitlich aus: So wird die Unterschiedlichkeit von Orbs und MV z.B. anhand der Schärfe und Bewegung erfasst: MV seien unschärfer als Orbs und würden sich ganz anders bewegen. Die Abhängigkeit der MV von der Bewegung des Auges spricht für manche dafür, dass MV keine selbständige paranormale Erscheinung bzw. Wesen ist, während dies für Orbs angenommen wird.

Meine Ansicht zu diesem Thema ist, dass man MV und Orbs nicht zusammenbringen kann, ohne ganz elementare Unterschiede ausser Acht zu lassen. MV sind ausschliesslich ein subjektives Phänomen, fotografieren lassen sie sich nicht. Orbs sind in erster Linie ein objektives Phänomen, insofern sie üblicherweise fotografisch festgehalten werden können; Berichte über Orbs, die von Auge gesehen wurden, sind Ausnahmefälle. Ich schliesse mich zudem den Ansichten über die unterschiedliche Bewegung an: MV folgen mehr oder weniger strikt dem Blick des Auges, so dass der Betrachter einen Einfluss auf sie ausüben kann. Von der Bewegung der fotografierten Orbs haben wir keine Vorstellung; die Berichte derjenigen, die Orbs auch von Auge sehen konnten, machen geltend, dass diese sich völlig frei von ihrem Blick bewegen – und suggerieren damit, dass es sich um autonome Wesenheiten handelt. Zudem stimmen die Beschreibungen der beiden Phänomene selten überein: Bei Tageslicht sieht man die Mouches volantes als transparente und farbneutrale Kugeln und Fäden, wobei die Kugeln ähnlich wie organische Zellen einen Kern aufweisen. Die Orbs andererseits sind eher kompakte Gebilde, die sich teils durch mehrere „Löcher“ bzw. Kerne auszeichnen. Orbs können aber im Gegensatz zu den Mouches volantes auch oval und verschiedenfarbig sein.

Die Frage nach den Gemeinsamkeiten von MV und Orbs ist jedoch legitim: beide sind visuelle Phänomene, die von der Wissenschaft nur unbefriedigend erklärt werden können; beide stehen in Zusammenhang mit besonderen Erfahrungen, die die Beobachtenden erleben können; und beide haben daher für manche Menschen eine spirituelle Bedeutung. Vielleicht werden zukünftige Erkenntnisse neue Einsichten in die Natur und das Verhältnis beider Phänomene liefern.

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