Offener Brief an Buchverlage, Redaktionen und Lektorate

Schriftsteller Prof. Dipl. phil. theol. Werner Wittig

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestatten sie, dass ich sie auf diesem Wege anspreche. Jedermann weiß heutzutage, dass es nahezu sinnlos ist, ein Buch publizieren zu wollen. Gibt man kund und zu wissen, einen Roman zu veröffentlichen, erhält man eine Unzahl von Angeboten »renommierter« Verlage. Diese »Verlage« feiern einen schon im voraus als erfolgreichen Romancier. Die Sache hängt aber einem Haken; sie wollen sich nur auf Kosten gutgläubiger Autoren bereichern. Wer bereit ist, sich zwischen € 5000 bis € 25000 an einem Buchprojekt als Autor zu beteiligen, erhält immer den Zuschlag. Ohne Geld gibt’s keine Veröffentlichung. Da aber nur ein »Irrer« sein eigenes Werk finanziert, lag es auf der Hand, fürs Erste nach einer Alternative zu suchen.

So geschah es, dass ich meinen Roman »Die Erinnerungen des Ildefiz in Tranchen« seriös bei

http://www.new-ebooks.de/index.php?s=viewbook&bid=1479

unter normalen Bedingungen ohne Selbstbeteiligung als »Ebook« veröffentlichen konnte. Allerdings steht die körperliche Veröffentlichung des Werkes seither noch aus. Experten, die meine Manuskripte gelesen haben, sind davon überzeugt, dass bei entsprechender Gestaltung und Vermarktung daraus »Bestseller« würden. Die Crux besteht darin, dass sich bisher noch kein zweiter Verleger die Zeit genommen hat, meine Manuskripte zu lesen. Da aber steter Tropfen den Stein höhlt, nehme ich jede Gelegenheit wahr, auf meine Bereitschaft hinzuweisen, einem seriösen Verleger meine Werke anzubieten. Die körperlichen Rechte (Buchdruck) für meinen Roman »Die Erinnerungen des Ildefiz in Tranchen« sind noch nicht vergeben. Interessierten Verlegern empfehle ich, die Ebook Ausgabe gegen den offiziellen Preis herunterzuladen:

http://www.new-ebooks.de/index.php?s=viewbook&bid=1479

Soviel Zeit und Geld sollte vorhanden sein, um möglicherweise einen Bestseller aufzuspüren. Wer interessiert ist, kontaktiert den Autor unter Telefon 0209 9257013 oder wittigmail-info@yahoo.de.

Darüber hinaus schreibe ich momentan die Novelle »Karriere und drastischen Martyrien«. Diese Novelle steht, sobald sie fertig geschrieben ist, ebenfalls interessierten Verlegern zur Verfügung. Ich setze in der Folge eine kleine Leseprobe der ersten Seiten dieses Werkes ein.

Sie hatte in Ulm Bäume gepflanzt

Edmond Burger saß im Zug Richtung München. Über ihm im Gepäcknetz sein schweinslederner Aktenkoffer. In Ulm am Hauptbahnhof hatte er sich »DIE ZEIT« gekauft. Das Abteil war menschenleer, als sich der Zug in Bewegung setzte. Unversehens betrat eine chic aufgebrezelte Vertreterin des weiblichen Geschlechts das Zugabteil und fragte: »Ist’s genehm, wenn ich hier Platz nehme?« Edmond erwiderte: »Wenn sie’s täten, gereichte es mir zur Ehre und freute mich über die Maßen.«

Er riskierte einen dreisten Blick auf ihr einladendes Dekolleté

Edmond, 28 Jahre alt, 193 cm groß, schlank wie eine Tanne aus dem Fichtelgebirge, mit schwarzer kurzer Bürstenschnittfrisur und markanter Physiognomie kommt generell bei der Damenwelt angesichts seinen Performances gewinnend herüber. Er wurde von der Aufgebrezelten konzentriert beäugt, derweil sie etwas seitlich ihm gegenüber Platz nahm, ihre anziehenden Beine attraktiv übereinander drapierte und angesichts der obwaltenden Hitze stöhnte. Edmond stimmte ihr zu und sprach: »Hoffentlich vertrocknen wir nicht bis nach München. Die Schwüle ist nachgerade diabolisch. Dergestalt brühheiße Tage sollten man von Amts wegen verbieten.« Die fesselnde Beauty schloss aus Edmonds Plauderei, dass er bis München führe. Nach dieser Erkenntnis wirkte ihr Gesicht entspannter. Viel zu entspannen gab’s freilich nicht, denn die Hübsche mit ebenmäßigem Antlitz, wie von dem Würzburger Bürger und Schnitzer Tilman Riemenschneider geschaffen, aber mit langem rotbraunem Haar, wirkte mit ihren vielleicht knapp dreißig Lenzen gerade wegen ihrer Jugend sowieso entspannt und wenig knittrig.

Sie zählte zum Genre kesse Biene mit intellektuellem Touch

»Ich pflanzte heute in Ulm schon einige Bäume. Und nun fahre ich wieder nach München zurück.« gab sie Edmond zur Kenntnis. Edmond, der gerade etwas verlegen in der FAZ zu blättern begann, reichte ihr ein Magazin, welches der FAZ beigeschlossen war mit den Worten: »Hier für sie etwas Lektüre! Übrigens toll, Bäume pflanzen, das könnte ich nicht. Ist das ihr Beruf?« wollte er noch wissen. Sie meinte daraufhin: »Ja, ich bin freiberuflich Landschaftsarchitektin in München. Es handelte sich heute um einen Kunden, den ich besuchen musste.«

Edmond Burger guckte in sein Periodikum

Sein Visavis, die Wohlgestalt in Person, schaute ebenso in ihre Lektüre. Allerdings hatten beide Reisenden eher Lust auf ein Gespräch. Edmond griff das Gespräch wieder auf: »Diese langweiligen Texte, die einem heutzutage vorgesetzt werden, gehen mir geflissentlich auf die Nerven. Man liest derzeit nur noch Makulatur! Was meinen sie, gnädige Frau? Fällt mein Lamento zu massiv aus?« Sie lächelte und meinte: »Da sagen sie ein wahres Wort. Haben sie beruflich mit Literatur zu tun?« wollte sie wissen. Edmond beantwortete ihre Frage mit den Worten: »Nein! Ich bin Diplom Handelslehrer und gerade erst mit meinem Studium an der Uni in München fertig geworden. Ich suche momentan mein erstes Engagement. Gestatten sie, dass ich mich ihnen vorstelle, ich heiße Dr. Edmond Burger und wohne gleich ihnen in München.« Sie reichte ihm die Hand und sagte: »Sehr erfreut, Herr Doktor Burger, mein Name ist Elly Braunfeld.« Burger dachte so still vor sich hin, ein sympathischer Händedruck. Irgendwie gefiel ihm die unbekümmerte Art von Elly Braunfeld auf Anhieb. Sie plauderte darauf los. Man kam mühelos vom Hölzchen aufs Stöckchen. Elly Braunfeld erwähnte ganz beiläufig eine Bekannte, die sich solchermaßen als Hobby mit der Schriftstellerei befasst. Sie schriebe Texte, die vordergründig verworren klängen, aber beim Leser eine gewisse Nachhaltigkeit im Unterbewusstsein stifteten. »Oh«, erwiderte Edmond, »haben sie zufällig eine Textprobe davon?«

Sie kramte in ihrer Handtasche und zog eine Blatt Papier hervor

»Hier Herr Doktor Burger. Dies ist ihr letzter Text, den meine Bekannte mir zu lesen gab. Wenn sie wollen, lesen wir’s gemeinsam.« schlug sie vor. »Da bin ich aber gespannt!« fiel er begeistert ein.

Um es vorwegzunehmen, Elly Braunfeld und Edmond bogen sich vor Lachen. Und nun folgt der Anstoß ihrer Heiterkeit, nämlich das Exzerpt von Ellys Freundin:

Diabolous und die Püppchen

Wer ergründet erbärmliche Püppchen, die einen Tick auf der Schippe tragen und ihn verpimpeln. Diabolus wickelt mechanisch Gezüngel herum, dass spärliche Lüftchen abprallen und nicht fispeln.

Aber dann waren bannig Leute dort, die man vorher nicht ausgemacht. Auch prunklose Weiber krakeelten dorten überdies. Wie grässlich! Die Glieder gestrecktest müde aufgekommen, hob wiederkehrend die Finsternis ab, um Keuschheiten zu bemänteln.

Irgendwelcher stichelte sie, diese kleinen Pflänzchen, die Grillen Blatt auf Blatt versetzen. Mitunter scheuerten Welpen unterhalb. Eine Zitadelle verriegelte dahinter das Gesims. Meuten wurzelten einfach in ihren Automobils und zauderten und man erspähte, dass sie nicht rollerten. Lohnt es sich, über Getöse und Kräche zu grübeln? Wer wollte geschwind laufen und von dort Rückschritte suchen? Man stupst die Moral und reißt sie jäh herum, denn in ihr lag kein glimmender Kienspan brach.

Elly Braunfeld und Edmond Burger sahen sich nach dieser Lektüre tief in die Augen. Sie platzten dann erneut los vor Lachen und Edmond meinte: »Sit venia verbo! <Dem Wort sei Nachsicht!> oder <Man entschuldige den Ausdruck!>«

»Ars longa, vita brevis. <Die Kunst ist lang, das Leben kurz.>« fügte Elly Braunfeld lachend hinzu. Edmond Burger schloss dieses Thema mit der süffisanten Bemerkung ab: »Nondum omnium dierum sol occidit. <Noch ist nicht aller Tage Abend.>«

Die Götter stehen den Tapferen bei

»Wer weiß, vielleicht schafft es meine Bekannte noch zu großer Berühmtheit!« fügte Elly Braunfeld hinzu. Edmond erwiderte: »Dei fortioribus adsunt. <Die Götter stehen den Tapferen bei.> Und tapfer ist ihre Freundin allemal. Es verlangt Mut, solchen Text zu schreiben und noch mehr, ihn zu publizieren. Ich fand es reizend, gerade dieses Stück Literatur mit ihnen zusammen zur Kenntnis zu nehmen.«

»Ich empfinde es auch so! Es war schön, mit ihnen gemeinsam zu lachen.« betonte Elly Braunfeld. »Vielleicht sollten wir eine solches Kolloquium bei Gelegenheit wiederholen. Was meinen sie Frau Braunfeld?« flocht Edmond geflissentlich ein.

»Mit ihnen Herr Doktor Burger, immer und darüber hinaus herzlich gern.« entgegnete sie mit einem leichten Anflug von Röte auf ihrem Madonnengesicht.

»So darf ich mich heute schon freuen, sie bald wiederzusehen.« antwortete Edmond impulsiv. Die beiden plauderten und empfanden garnicht wie die Zeit verging. Schon fuhr der Zug in München Hauptbahnhof ein. »Schade, dass wir bereits da sind!« beklagte Elly Braunfeld und sah Edmond Burger fragend an. Edmond glaubte in ihrem Gesicht außerdem so etwas wie Bedauern gelesen zu haben.

Also fasste er sich ein Herz und tat wie folgt kund:

»Was können wir dafür, wenn der Allgewaltige disponierte, dass wir uns begegneten. Warum sollten wir diese glückliche Fügung bedauern? Wenn sie nichts dagegen anmelden, schlage ich vor, dass wir in der Stadt in einem Café unser Gespräch fortführen.«

»Doktor Burger, sie sprechen das aus, was ich gerade auch dachte.«

»Frau Braunfeld, der Akkord unserer Gedanken beglückt mich.«

»Verehrteste, gehen wir’s an, suchen wir uns ein irgendwo ein Plätzchen.«

»Ein Bierkeller wäre mir bei der Hitze lieber als ein Café« bemerkte Elly Braunfeld.

»Tolle Idee. Was halten sie vom Ratskeller am Marienplatz.« schlug Edmond vor.

Im Ratskeller am Marienplatz in München

Wenig später saßen die beiden im Ratskeller vor je einer Maß Bier und konnten gerade noch das folgende deftige Menu ergattern:

Als »Magentratzerl« kam ein kleiner kulinarischer Genuss aus der Küche. Es folgte Ochsen-Kräuter Carpaccio mit Kerbelcreme und Kohlrabisalat. Danach wurde Lammnüsschen mit Rosmarin-Pertersilie-Zitronen-Gremolata auf lauwarmen buntem Bohnensalat und gebackener Kartoffel serviert. Das Dessert bestand aus einem Schwarzwälder Kirschmousse.

Spätestens nach dem doppelten Enzian hinterher begab es sich, dass Elly Braunfeld vorschlug, man sollte sich doch duzen. Edmond Burger gefiel dieser Vorschlag ausgesucht gut.

Die beiden tranken Brüderschaft und küssten sich

Elly Braunfeld meinte anschließend: »Für den reinen Formalismus dauerte dein Kuss zu lange, aber«, setzte sie fort,» mir hat’s trotzdem gefallen.« Edmond, noch ziemlich aufgewühlt erwiderte: »Welch ein Glück, dass mir kein Irrtum unterlief. Diese temperamentvolle Charakteristik muss ich von meinem Vater selig mitbekommen haben.«

Edmond hielt sich sodann zurück

Er wollte die schöne Elly nicht brüskieren. Bevor die beiden sich trennten, tauschten sie noch Adressen, Handy- und Telefonnummern aus. Abschließend wollte Elly von Edmond wissen, ob er irgendwann auch einmal ein Gedicht oder Sonstiges geschrieben habe. Edmond erwiderte: »Ja, als ich einmal stundenlang in einem Verkehrsstau stand, und zwar am Mörsenbroicher Ei. Dieses „Ei“, wird Mörsenbroocher Ei ausgesprochen. Es handelt sich um eine Straßenkreuzung im Düsseldorfer Stadtteil Mörsenbroich. Die Kreuzung ist eine der meistbefahrenen Kreuzungen der Landeshauptstadt von NRW. Der Name leitet sich von der Form des Knotens ab. In diesem Stau schrieb ich aus Langeweile ein Gedicht.« Edmond Burger zog einen vergilbten Zettel aus seiner Brieftasche und begann zu rezitieren:

Am Mörsenbroicher Ei

von Edmond Burger

Den Geist benebelt in der Bar,

So sieht ein Mensch schier einerlei

Nach einer schönen Frau doch gar.

Das hübsche Liebchen schien noch frei.

Es brennt die Flamme immerdar,

Man fragt doch, wenn man denkt dabei,

Was sucht die Maid wohl in der Bar

Spät nachts am Mörsenbroicher Ei.

»Lieber Edmond«, lobte Elly, »davon möchte ich eine Abschrift.« Edmond Burger versprach, ihr eine Version in dekorativer Zierschrift mit Rähmchen als Geschenk zu dezidieren. Elly freute sich darüber. Nun war aber die Zeit gekommen, sich zu trennen. Sie versprachen, recht bald zu telefonieren, um ein weiteres Date zu vereinbaren. Edmond blickte wie dermalen Don Quichotte seiner Dulcinea hinterher, aber bevor sie ihm entschwand, drehte sie sich um und lächelte ihm heftig winkend nach.

Der goldene Mittelweg verläuft mit Vorliebe im Sande

Dieser Spruch stammt von dem US-amerikanischen Journalisten, Erzieher und Warenhausbesitzer Prentice Mulford (1834–1891). Edmond Burger war seit jeher von Mulfords Lebensweisheiten gefesselt. So machte er aus, dass seine Zurückhaltung in Richtung goldener Mittelweg gegenüber Elly Braunfeld unter Umständen sogar bewirkte, dass alles im Sande verliefe.

Wer sich hermetisch in gegenwärtiges oder vergangenes Glück einschließt, wird auch an ihm alt und grau

Auch dieser Satz stammt von Prentice Mulford, dessen Name in der Folge bei weiteren Zitaten mit [P.M.] abgekürzt wird. Man muss sich an den Gedanken des Glücks, wie der Gesundheit hängen mit allen Fasern des Seins, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr, dem eigenen Bild »frei von jedem Übel« entgegenträumen, bis dieser Traum zur zweiten Natur geworden ist und unbewusst weiterwirkt. [P.M.]

Edmond Burger hielt sich seit jeher an diesen Grundsatz

So schaffte er das Abitur. Auf diese Weise erlangte er auch seine Universitätsabschlüsse. Er rollte jetzt Gedanken eines prospektiven Glücks mit Elly Braunfeld auf. Obgleich er probierte, von ihr loszukommen, rotierten seine Gedanken unentwegt um Elly. Er empfand bereits Sehnsucht nach ihr. Die vorsichtigen, die alles bedenkenden, alles voraussehenden Menschen fallen stets herein, denn immer mit Schwierigkeiten rechnen, heißt sie erschaffen. [P.M.] Da Edmond Burger gerade diese Lektionen von Prentice Mulford gut gelernt hatte, überkam es ihn, Elly Braunfeld in Hinkunft völlig zwanglos und frei entgegenzutreten. Frei nach Goethes »Die Leiden des jungen Werther« betrübte Edmond am meisten seine fatalen »kleinstbürgerlichen« Verhältnisse.

Anmerkung:

Der Autor dankt für die Aufmerksamkeit. Die Novelle ist noch in Arbeit. Verleger gesucht!