In der Touristikbranche ist ein neuer Zweig vor Jahren entstanden, und zwar Sprachereisen. Wer eine Sprachreise bucht, sucht in einem fremden Land eine Schulung in der jeweiligen Landessprache. Die Schulung beinhaltet auch die Sitten und Gebräuche der Einheimischen. Was vor Jahrzehnten nur den Jugendlichen von vermögenden Eltern vorbehalten blieb, ist heute fast für jeden Teenager erreichbar. Gerade im Hinblick auf die schulischen Abschlüsse und dem Weiterkommen im Beruf ist es fast unabdingbar, nicht an einer Sprachreise teilzunehmen. Die Jugendlichen werden etwas flexibler, weil sie sich in einem fremden Land auf sich selbst gestellt sind und sich durchbeißen müssen. Aber auch die Eltern profitieren von den paar Wochen, wo sie auf ihren Sprössling verzichten müssen. Sie sind dann wieder allein und müssen lernen, auch ohne die ständige Fürsorge für ihr Kind auszukommen. Gerade Ehepaare, deren Wohl sich ausschließlich um das Kind gedreht hat, kommen in dieser Zeit wieder zu Besinnung und müssen zum Teil auch wieder lernen, miteinander zu reden oder etwas zu unternehmen. Und der Jugendliche geht einmal seine eigenen Wege und lernt einiges Neues, denn je nachdem in welchem Land er seine Sprachreise machen will, wird er viele neue Eindrücke gewinnen, so dass es gar nicht so selten vorkommt, dass er das Jahr darauf wieder an dieselbe Stelle fährt, um an einen Aufbaukursus teilzunehmen und die Fremdsprache zu vervollständigen. Auch trifft er dort wieder seine schon bekannten Freunde, und daraus entsteht unter Umständen eine Freundschaft fürs Leben, denn sie können sie sich gegenseitig in dem jeweiligen Land besuchen.
Michel Michale



