http://www.wirtschaftspressedienst.com
Diesmal aus Müllers Büro:
o In NÖ gehen täglich zwei Fußballfelder Agrarfläche verloren
o Landesausstellung 2011 ist Chance für ganzen Bezirk Bruck
o Zahntechniker wollen Friedenspfeife mit Zahnärzten rauchen
o Internetprovider WVNET greift zum Telefonhörer
o Deutlich mehr Unfälle durch Alkohol auf NÖ Straßen
o Top-Wirte in NÖ servieren gern regionale Spezialitäten
o Bauernversicherung arbeitet schon für Zeit nach der Wahl
o Mineralwasser aus NÖ hat sprudelnde Wirtschaftskraft
o Anhänger aus dem Waldviertel rollen in die Schweiz
o Usability-Lab schaut Mediennutzern in die Augen
o “Kraudara & Kräuterhexen² locken Touristen auf Kräuterpfade
o Mostviertler Schlossermeisterin erobert die Design-Szene
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In NÖ gehen täglich zwei Fußballfelder Agrarfläche verloren
Niederösterreichs Agrarlandesrat Josef Plank schlägt Alarm: Jedes Jahr gehen im Bundesland über 2.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen durch die fortschreitende Verbauung mit Häusern, Gewerbeflächen und Straßen verloren. “Das sind pro Tag durchschnittlich sechs Hektar oder die Größe von zwei Fußballfeldern. Wir müssen mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen, denn den Boden hat man nur einmal zur Verfügung”, warnt Plank.
Mit gewisser Besorgnis beobachtet der Agrarlandesrat auch die ca. 130 Almen und Weiden in Niederösterreich, die zusammengerechnet eine Fläche von rund 14.000 Hektar einnehmen und im Sommer bis zu 10.000 Tiere beherbergen. Den Almen drohen Verwaldung und Verbuschung, wenn sie nicht mehr bewirtschaftet werden. Dafür fehlen oft die Arbeitskräfte. “Die Almwirtschaft ist mit sehr viel Arbeits- und Zeitaufwand verbunden. Wer hier beschäftigt ist, muss oft tagelang vor Ort sein. Häufig fehlen aber zeitgemäße Zufahrten zu den Almen und Weiden”, bemängelt Plank.
Um die Almwirtschaft, die auch große Bedeutung für andere Bereiche, wie z.B. den Wasserhaushalt, die Jagd oder den Tourismus hat, zu erhalten, hat das Land Niederösterreich 2007 fast 52 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen an die 19.000 Bergbauernbetriebe im Alpenvorland, Wienerwald und Waldviertel ausbezahlt. “Ohne Leistungsabgeltung der öffentlichen Hand ist eine Almwirtschaft in Österreich nicht mehr möglich”, stellt Plank klar.
In diesem Zusammenhang weist er auch auf die wichtige Rolle der Europäischen Union hin. Durch deren Geldmittel für kofinanzierte Projekte habe die heimische Almwirtschaft nämlich “zusätzliche Perspektiven” erhalten. “Eine Reihe von Leistungsabgeltungen, wie Ausgleichszulage im Berggebiet, ÖPUL und Ökopunkte, Projekte über den Landschaftsfonds, die Initiative ´So schmeckt Niederösterreich´, Aktivitäten des Alm- und Weidewirtschaftsvereins sowie der NÖ Agrarbezirksbehörde, sichern den Fortbestand von Almen und Weiden in Niederösterreich”, betont der Agrarlandesrat. (mm)
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Landesausstellung 2011 ist Chance für den ganzen Bezirk Bruck
Von der Landesausstellung 2011 in der Region Auland-Carnuntum soll der gesamte Bezirk Bruck/Leitha profitieren. Über die drei Ausstellungsstandorte Hainburg, Bad Deutsch-Altenburg und Petronell-Carnuntum hinaus will sich bei der Veranstaltung in drei Jahren die gesamte Region präsentieren. “Die Landesausstellung 2011 ist für die Wirtschaft und den Tourismus in den 20 Gemeinden des Bezirkes eine einmalige Werbechance, die wir nicht ungenützt verstreichen lassen dürfen², sagt Klaus Köpplinger, Obmann der Bezirksstelle Bruck/Leitha der NÖ Wirtschaftskammer, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Nach dem Sommer wird mit der Bildung von Arbeitsgruppen begonnen, die spätestens bis Jahresende die sich bietenden Möglichkeiten erarbeitet haben. “Mit der bestens bekannten Marke Carnuntum wollen wir zeigen, was der Bezirk Bruck/Leitha alles zu bieten hat², kündigt der WK-Obmann an.
Das Land Niederösterreich hat für die Landesausstellung 2011, die unter dem Arbeitstitel “Erobern und Entdecken Imperatoren, Händler und Forscher” über die Bühne gehen wird, bereits jetzt ein großzügiges Finanzpaket geschnürt. In die Attraktivierung des Archäologischen Park Carnuntums fließen 26 Millionen Euro, 3,8 Millionen Euro gingen an die Kulturfabrik in Hainburg. “Wir werden alles daran setzen, um derartige Impulse des Landes so stark und so langfristig wie möglich zu unterstützen², erklärt Köpplinger.
Als Publikum der Landesausstellung will man nicht nur Besucher aus Österreich gewinnen. “Vor allem Gäste aus der Slowakei und Ungarn sollen den Bezirk Bruck/Leitha entdecken², so Köpplinger. (haw)
http://wko.at/noe/bruck
http://www.noe-landesausstellung.at
Zahntechniker wollen Friedenspfeife mit Zahnärzten rauchen
Der seit vielen Jahren schwelende Streit zwischen Zahntechnikern und Zahnärzten könnte bald beigelegt werden. Eine neue gesetzliche Regelung soll ein für alle Mal die Zuständigkeitsbereiche beider Berufsgruppen klar definieren. Durch mehr Kundennähe, sprich Patientenarbeit direkt in den Technik-Labors, erführe die zahntechnische Zunft eine veritable Aufwertung. Alfred Kwasny, Landesinnungsmeister der niederösterreichischen Zahntechniker, hofft künftig auf ein friedliches Miteinander “zum Wohle aller Beteiligten. Selbstverständlich sollen die Patienten am meisten von einer klaren Kompetenzaufteilung profitieren und zwar durch einwandfreie Qualitätsarbeit auf ärztlicher und zahntechnischer Seite.²
Rund 95 zahntechnische Betriebe mit 389 Beschäftigten werken derzeit an der medizinisch und kosmetisch notwendigen “Gebissverschönerung² der Niederösterreicher. Ob Brücken, Kronen, Kieferregulierungen und Prothesen nahezu kein Gebiss kommt ohne irgendeine technische Krücke ins hohe Alter. “Schöne Zähne zu haben, hat nicht nur einen kosmetischen Aspekt. Wer seine Zähne pflegt, ihnen die richtige Behandlung zukommen lässt, investiert in seine Gesundheit. Und damit ist nicht nur die körperliche Gesundheit gemeint. Schöne Zähne machen selbstbewusst. Mit einem schlechten Gebiss kommt man beruflich nicht weit², betont Kwasny im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Die enge Zusammenarbeit mit den Zahnärzten bezeichnet der Innungsmeister als: “Hassliebe. Die Zahnärzte brauchen unsere Arbeit, wie wir sie als unsere Auftraggeber brauchen. Bei guter Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung könnten wir uns gegenseitig stärken. Einkommensschwankungen, unter denen wir Techniker leiden, weil die Leute sich etwa in Ungarn ihren billigen Zahnersatz holen, könnten wir wettmachen, wenn die Ärzte uns ihre Patienten direkt in die Labors schicken würden. Bei uns bekommen sie die optimale Beratung und das richtige, vom Arzt verschriebene Produkt, zugeschliffen auf ihre individuellen Bedürfnisse.²
Alfred Kwasny führt sein zahntechnisches Labor in Wiener Neustadt bereits seit über 30 Jahren mit derzeit 19 Mitarbeitern und drei Lehrlingen. “Früher hatte ich 32 Angestellte. Der Kompetenzkampf mit den Ärzten und die Konkurrenz aus dem Ausland haben uns über die Jahre schrumpfen lassen. Wenn ich mir so die Pfuscharbeiten aus Ungarn ansehe, die bei mir auf dem Tisch zur Reparatur landen, kann ich den Leuten nur raten, im Land zu bleiben. Wenn es tatsächlich zu einer vernünftigen Gesetzesregelung kommt, wird dem Friedensschluss mit den Ärzten nichts im Wege stehen.² (lies)
http://www.zahntechniker.at
http://www.kwasny-dental.at
Internetprovider WVNET greift zum Telefonhörer
Der Waldviertler Internetprovider WVNET Information und Kommunikation GmbH steigt in das Festnetzgeschäft ein. Bis Herbst will das Unternehmen die ersten Kombipakete auf den Markt bringen. Sie bestehen aus Internetzugang und Festnetzanschluss. “Durch die Erweiterung unseres Angebotes erwarten wir uns mittelfristig einen Zuwachs an Neukunden von rund zehn Prozent², erklärt Geschäftsführer Josef Mayerhofer gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Mit dem Schritt in Richtung Festnetz will der in Zwettl ansässige Internetanbieter den Wettbewerb am seit zehn Jahren liberalisierten Telekommarkt endlich auf Touren bringen. Anders als in Ballungszentren, wo die Telekom Austria gegenüber anderen Mitbewerbern deutlich Marktanteile verloren hat, gibt es im ländlichen Raum nämlich kaum Alternativen zum Ex-Monopolisten. “In Großstädten schüren vor allem lokale Kabelnetzbetreiber den Wettbewerb², weiß Mayerhofer.
Der Aufwand für das erweiterte Leistungsangebot des Unternehmens ist nach Aussagen von Josef Mayerhofer überschaubar. Für die Internetangebote miete man ohnehin die dafür notwendigen Leitungen von der Telekom Austria an. “Mit den neuen Festnetzangeboten erhöhen wir einfach die Auslastung dieser Leitungen”, meint er.
Deutliche Impulse durch den für Oktober geplanten Start in der Festnetztelefonie erwartet sich der WVNET-Geschäftsführer auch im After-Sales-Bereich. “Als lokaler Anbieter sind wir für unsere Kunden in greifbarer Nähe, das unterscheidet uns gerade im Kundendienstbereich von größeren Mitbewerbern.²
Mit sechs Mitarbeitern betreut die WVNET Information und Kommunikation GmbH derzeit rund 4.500 Kunden. Der Einstieg ins Festnetzgeschäft soll die Zahl der Kunden des Waldviertler Internetanbieters deutlich in Richtung der 5.000-Marke verschieben. Ansprechen will man mit den neuen Kombipaketen sowohl Privat- als auch Firmenkunden. (haw)
http://www.wvnet.at
Deutlich mehr Unfälle durch Alkohol auf NÖ Straßen
In Niederösterreich steigt die Zahl der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden und unter Alkoholeinfluss. Wie die Statistik Austria meldet, gab es 2007 in Niederösterreich rund 7.300 Unfälle auf den Straßen, wobei fast 9.700 Personen verunglückten. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist das ein Anstieg um sieben Prozent. 2006 hatten sich auf Niederösterreichs Straßen nur 6.800 Unfälle mit 9.300 Verunglückten ereignet.
Auch bei den Straßenverkehrsunfällen, die unter Einfluss von Alkohol zustande kommen, zeigt sich ein für Niederösterreich unerfreuliches Bild. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Land 548 Alkoholunfälle auf den Straßen. Das waren um 19 Prozent mehr als 2006, gibt die Statistik Austria bekannt. (mm)
http://www.statistik.at
Top-Wirte in NÖ servieren gern regionale Spezialitäten
In Niederösterreich setzt die gehobene Gastronomie verstärkt auf den Einsatz regionaler Lebensmittel. Bei den Top-Restaurants im Land ist für Produzenten und Vermarkter freilich noch ausreichend Potenzial vorhanden, um diese Distributionsschiene weiter auszubauen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie, die das Beratungsunternehmen Michael Thurner Consulting mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums durchgeführt hat. Befragt wurden österreichweit 460 Gastronomiebetriebe der gehobenen Kategorie, die Resultate hat man auch nach Bundesländern ausgewertet.
Demnach geben 78 Prozent der interviewten Gastronomen in Niederösterreich an, dass regionale Produkte in ihrem Speisenangebot einen sehr hohen Stellenwert haben. Das ist der höchste Wert im Vergleich aller Bundesländer. Immerhin 16 Prozent weisen Lebensmitteln aus der Region einen hohen Stellenwert zu. Ein Viertel der niederösterreichischen Top-Wirte sagt, dass der Einsatz regionaler Produkte in ihrem Betrieb während der vergangenen fünf Jahre stark gestiegen sei. Knapp 35 Prozent meinen “eher gestiegen”.
Nach Angaben der Gastronomen ist Fleisch jenes agrarische Erzeugnis, bei dem die Regionalität eine besonders wichtige Rolle spielt, gefolgt von Gemüse – darunter vor allem Kartoffeln oder Salate – Obst, Milchprodukten und Wein. 63 Prozent der blau-gelben Spitzenwirte sind der Ansicht, dass das Angebot an regionalen Lebensmitteln ausreichend ist, immerhin mehr als ein Drittel aber ist gegenteiliger Meinung. Insbesondere bei Fleisch und Gemüse ortet man noch zusätzlichen Bedarf.
Wo kaufen Niederösterreichs Top-Gastronomen ihre Lebensmittel ein? Auch dieser Frage ist die Michael Thurner Consulting nachgegangen. Ein Drittel ersteht die Ware in Abhol-Großmärkten, 28 Prozent bei kleinen regionalen Händlern, 27 Prozent direkt bei den Bauern “ab Hof”. Supermärkte, Brauereien, Getränke-Großhändler und Importe spielen demgegenüber nur eine geringe Rolle. (mm)
http://www.michaelthurner.com
http://www.lebensministerium.at
Bauernversicherung arbeitet schon für Zeit nach der Wahl
Nachdem auch der jüngste Versuch einer Gesundheitsreform gescheitert ist, hat die Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) begonnen, einen eigenen Reformvorschlag für die Verhandlungen nach der Nationalratswahl auf Expertenebene auszuarbeiten. Um eine Finanzstruktur zu schaffen, die den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte entspricht, sei mehr Eigenverantwortung der Krankenversicherungsträger und weniger Abhängigkeit von der Politik erforderlich, betonte Nationalratsabgeordneter Karl Donabauer in seiner Eigenschaft als Obmann der Bauernversicherung in einem Pressegespräch. Eine Holding-Lösung ohne darauf abgestimmte Unterorganisationen könne nicht funktionieren, meinte er mit Blick auf den Vorschlag, auf den sich Wirtschaftskammer und Gewerkschaftsbund geeinigt hatten.
“Bei uns in Österreich gibt es zu wenig Evaluierung und vergleichendes Benchmarking, weil das System zu sehr mit den Traditionalismen verhaftet ist², sagte Donabauer. “Wir sind zu unterschiedlich aufgestellt, sowohl in regionaler Hinsicht, als auch im Hinblick auf die Berufsgruppen. Das ist nicht mehr zeitgemäß.² In erster Linie seien die Verantwortungsträger der Krankenversicherungsträger gefordert, nur nach mehr Geld zu rufen, sei zu wenig. Es gäbe signifikante Unterschiede in den Leistungs- und Tarifsystemen, über die man reden müsse und die sich nicht unter Zeitdruck beseitigen ließen.
Dezidiert spricht sich Donabauer dafür aus, die Ärzte auf dem notwendigen Reformweg mitzunehmen. Der Arzt müsse mit seiner besonderen Verantwortung aktiv eingebunden sein. Das gelte auch für das Heilmittelmanagement. Mehr Aufklärung will hier Donabauer dem kostspieligen Irrglauben entgegensetzen: “Je mehr er verschreibt, desto besser ist der Arzt.² (mü)
http://www.svb.at
Mineralwasser aus NÖ hat sprudelnde Wirtschaftskraft
Die Vöslauer Mineralwasser AG ist nicht nur Österreichs größter Abfüller des sprudelnden Nass. Der Betrieb mit Sitz in Bad Vöslau liegt auch in einer vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) durchgeführten Bonitätsbewertung der heimischen Unternehmen aus der Mineralwasser-Branche an der Spitze. Das vom KSV1870 erstellte Rating beruht auf einer komprimierten Wirtschaftskennzahl, die mittels 30 Einflussfaktoren die Bonitätssituation des jeweiligen Unternehmens beschreibt. Je niedriger die Kennzahl ausfällt, desto besser ist der Platz, den die betreffende Firma in der KSV1870-Rangliste einnimmt.
Vöslauer gewinnt diese Wertung mit 196 Punkten, gefolgt von der Kärntner GNG Leber AG mit 197 und der Radlberger Getränke GmbH aus St. Pölten-Unterradlberg mit 207 Punkten. Mit Hubertusbräu aus Laa/Thaya auf Rang sechs (219 Punkte) kann sich noch ein dritter Mineralwasser-Erzeuger aus Niederösterreich unter den Top-Ten platzieren. Roland Führer, Geschäftsführer des KSV1870: “Die Unternehmen der Branche haben mehrheitlich eine gute Bonität.” (mm)
http://www.ksv.at
Anhänger aus dem Waldviertel rollen in die Schweiz
Von Schweiggers im Bezirk Zwettl aus erobert ein Waldviertler Familienbetrieb den Anhängermarkt in der Schweiz. Gut 45 Prozent der Jahresproduktion der Steininger & Partner GmbH werden in rund 1.000 Kilometer Entfernung vom Firmensitz vermarktet. “Seit dem Beginn unserer Exportaktivitäten in die Schweiz im Jahr 1986 haben wir unsere Exportquote nahezu verdoppelt², sagt Geschäftsführer Walter Steininger im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Anklang finden die Waldviertler Anhänger in der Schweiz bei Firmen- wie bei Privatkunden. Am Flughafen Zürich Kloten laufen Steininger-Anhänger als Transporter für Flugzeugräder, wenn es gilt, Reifen zu wechseln. Jeweils vor Beginn der neuen Motorradsaison verzeichnet man im Privatbereich eine deutlich steigende Nachfrage nach Motorradanhängern. “Unsere Motorradanhänger gelangen über unseren Schweizer Vertriebspartner sogar bis nach Portugal², berichtet Steininger.
Als zweites Standbein neben der Anhängerfertigung plant der Unternehmer jetzt den Einstieg in die Aufbaufertigung. Angedacht sind vorerst zwei Produktlinien mit Kipp- und Kofferaufbauten. Erste Prototypen stehen bereits im Einsatz. “Derzeit befinden wir uns in den Endverhandlungen mit einem Nutzfahrzeughersteller, der unsere Aufbauten in der Erstausrüstung einsetzen möchte², erzählt der Geschäftsführer.
Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen Steininger mit elf Mitarbeitern einen Umsatz von 1,2 Millionen Euro. Mit drei Lehrlingen wird dabei auch großer Wert auf die Facharbeiterausbildung im eigenen Haus gelegt. Neben der Schweiz ist Deutschland ein wichtiger Exportmarkt für den Waldviertler Familienbetrieb. (haw)
http://www.steininger-anhaenger.at
Usability-Lab schaut Mediennutzern in die Augen
St. Pöltens Medien-Fachhochschule verfügt seit kurzem über ein neues Forschungsinstrument, das auch der Wirtschaft in der Region neue Impulse verschaffen soll: Das Usability (Nutzerfreundlichkeit)- und Beratungslabor “ist ein wesentlicher Baustein im Aufbau von Forschungskompetenz², sagt FH-Professorin Kati Förster vom Institut für Medienwirtschaft (IMW). Sie möchte das neue Forschungslabor insbesondere dazu nutzen, um in der Zielgruppenforschung das Thema Jugend genauer unter die Lupe zu nehmen.
“Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen ist viel zu wenig differenziert ausgeleuchtet², meint Förster im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Schon zwischen 14- und 16-Jährigen würden oft Welten liegen. Sie ortet bei der begehrten jungen Zielgruppe “schnelle Veränderungen in der Medien- und Freizeitnutzung², die es zu erforschen gilt.
Weil das Usability- und Beratungslabor speziell auch für Dissertationen und Diplomarbeiten genutzt werden kann, kommt es auf kurzem Weg auch der Wirtschaft zugute, “wenn Betriebe beispielsweise ein für sie interessantes Thema an einen Diplomanden vergeben², berichtet Förster. “Wir wollen hier niemandem Konkurrenz machen, aber wir sehen uns durchaus als Kompetenzpartner der Wirtschaft², betont die junge Professorin. Und verweist außerdem darauf, dass durch die Nutzung der modernen Info-Technologie die Arbeit mit derartigen Labors “wesentlich kostengünstiger als früher² geworden ist “denken Sie an die Verfügbarkeit von Datenspeichern², sagt sie.
Das Labor im Juni 2008 eröffnet ist mit insgesamt 18 Geräten auf dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet und eröffnet eine Vielzahl von Forschungsmöglichkeiten. Zur Technik gehören unter anderem Biofeedback-Sensoren, mit denen z.B. Schwankungen der Hauttemperatur und der Pulsfrequenz gemessen werden können. Dazu kommt ein Eye-Tracking-System etwa für die Werbemittelforschung. “Wann und wie lange nimmt jemand ein Logo oder eine wesentliche Aussage auf einem Plakat oder Inserat wahr?², formuliert Förster eine dieser Forschungsaufgaben. Den Blickverlauf einer Testperson könne man genau beobachten.
Es gibt auch zwei Rechner mit Morae-Software, die das Bildschirmverhalten und den Gesichtsausdruck einer Testperson auf den Bildschirm des Beobachters einspielen und auf diese Weise wertvolle Hinweise, z.B. über die Nutzerfreundlichkeit von Internet-Seiten geben kann.
Das Labor steht auch anderen FH-Departements im Sozialbereich zur Verfügung, etwa für Focus-Gruppen, für das Training von Gesprächsführung usw. Dazu dient die Aufteilung in zwei Räume, die durch eine verspiegelte Wand voneinander getrennt sind. Im Hauptraum sorgt eine Art Wohnzimmer-Einrichtung trotz der Installation zahlreicher Kameras und Mikros für ein angenehm neutrales Ambiente.
Mit dem neuen Usability-Lab will Kati Förster künftig vor allem die neuen Werbeformen und Werbemittel genauer unter die Lupe nehmen das reicht von In-Game-Advertising über Cross-Media bis zum top-aktuellen Trend “Virales Marketing², das in Österreich noch in den Kinderschuhen steckt. (au)
http://www.fh-stpoelten.ac.at/forschung/institut-fuer-medienwirtschaft
“Kraudara & Kräuterhexen² locken Touristen auf Kräuterpfade
Der gemeinnützige Verein “Weinviertler Kräuterakademie² hat seit seinem Bestehen im Jahr 2005 gemeinsam mit dem Kräuterdorf Neuruppersdorf insgesamt 64 interessierte Damen und Herren zu zertifizierten “Kräuterführer/Innen, sogenannte “Weinviertler Kraudara und Kräuterhexen², ausgebildet. Rund 25 davon, meist sind es Frauen, bieten Führungen in Eigeninitiative an oder werden von regionalen Tourismusinstitutionen, ähnlich wie Stadt- oder Kellergassenführer, eingesetzt.
Die Kräuterakademie – sie hat ihren Sitz in Breitenwaida bei Hollabrunn – sieht sich als mobile Fortbildungseinrichtung in Sachen Kräuter. “Wir sind eine fliegende Gruppe und kommen dorthin, wo wir gewünscht werden. Das Interesse kommt von regionalen Managements, Organisationen, wie Leader-Region, Dorferneuerung, Bildungs- und Heimatwerk oder von Einzelpersonen², erklärt Franz Stürmer, Obmann des Vereins Kräuterakademie, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.
Die Kräuterakademie hat derzeit 110 Mitglieder. In dreiteiligen Seminaren mit jeweils bis zu 26 Stundeneinheiten werden die Interessenten vom “Kräuterlehrling² bis zum “Kräutermeister² ausgebildet. Die Ausbildung gilt als förderungswürdige Leader-Qualifizierung. Als Vorteile für die Regionen nennt Stürmer u.a. die Steigerung der touristischen Angebotspalette, Initiale für biotouristische Projekte sowie die Erweiterung der bodenständigen landwirtschaftlichen Produktpalette im Rahmen der Direktvermarktung. So bieten mittlerweile mehr als zehn landwirtschaftliche Betriebe selbst gemachte Seifen, Öle, Tees etc. als ergänzende Alternativprodukte an. Weiters haben einige Gastronomiebetriebe durch die Kurse heimische Kräuter als elitäre Ergänzung ihrer Speisekarte entdeckt.
Die Weinviertler Kräuterakademie bietet mehrere Module zur Weiterbildung im Bereich von Natur/Umwelt, Kräuter sowie zum Thema “Altes regionales Wissen² an. “Zentrum unserer Aktivitäten ist das Weinviertel. Mittlerweile aber hat sich unser Tätigkeitsbereich auf das ganze Bundesgebiet, wie die Wienerwald-Region und den Nationalpark Hohe Tauern, ausgeweitet², meint der engagierte Obmann, Biologe und Geologe mit sichtlicher Freude über den Erfolg seiner Kräuterakademie.
Die Angebotspalette des Vereins reicht von Kräuterwanderungen und Gartenführungen über Kochkurse und diverse Vorträge über Kräuter, Sagen und Mythen bis zur Erstellung erlebnisorientierter Konzepte für Themenwege, Informationseinrichtungen, wie Hinweistafeln in der Natur, und für Ausstellungen. Als Zukunftsziel der Kräuterakademie nennt Stürmer die Bewusstseinsbildung für die “Natur vor der Haustüre und damit die Erhaltung der Kulturlandschaft, damit der sanfte Tourismus reift und interessant bleibt.² (knox)
http://www.weinviertler-kraeuterakademie.info
Mostviertler Schlossermeisterin erobert die Design-Szene
Von der kleinen Gemeinde Texing im niederösterreichischen Mostviertel zu den großen internationalen Möbel- und Einrichtungsmessen im In- und Ausland führt der Karriereweg, den die junge Designerin Katharina Prantner erfolgreich beschreitet. Schon im Jahr 2001 – nach Abschluss ihres Architekturstudiums an der TU Wien – hatte die gelernte Schlossermeisterin aus dem Bezirk Melk die Marke “NIN.design” aus der Taufe gehoben. Unter diesem Namen produziert und vertreibt Katharina Prantners Firma “NIN Prantner” Tische, Stühle, Betten, Sofas, Regale und Leuchten – ausschließlich in Kleinserien.
Käufer der Designware sind beispielsweise Ärzte oder Rechtsanwälte, die ihre Ordinationen und Kanzleien mit kreativen Einrichtungsgegenständen ausstatten wollen. “95 Prozent der von uns verarbeiteten Werkstoffe, wie Holz oder Metalle, stammen aus Österreich, rund die Hälfte aus Niederösterreich”, teilt Katharina Prantner im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Damit verbleibe nahezu die gesamte Wertschöpfung im Inland.
Besonders gut hat sich in diesem Zusammenhang die Kooperation von “NIN Prantner” mit der Firma Biotop, einer Wollwerkstatt in Texing, entwickelt. “Die von Biotop gelieferte Schafwolle verwenden wir zum Füllen unserer Matratzen und Polster”, berichtet die Designerin. Weitere für ihren Betrieb wichtige Geschäftspartner in Niederösterreich seien auch u.a. die beiden St. Pöltner Unternehmen Schachermayer und ATC Metallwelt.
Katharina Prantner betreibt in der Gardegasse im siebenten Wiener Gemeindebezirk eine eigene Galerie, wo sie ihre Designstücke der Öffentlichkeit präsentiert. Weil die Künstlerin auf umweltgerechtes Wirtschaften hohen Wert legt, hat sie dort ihren Schauraum und die Fassade mit energiesparenden Lampen und Leuchtstoffröhren ausgestattet. “Die ökologische Fertigung ist mir sehr wichtig. Deshalb wollte ich auch öffentlich ein entsprechendes Zeichen setzen”, erklärt Katharina Prantner. (mm)
http://www.nin.at



