Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt weitere Förderung durch Bund und Länder
Jena, 11. Juli 2008 – Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat die weitere Förderung des Jenaer Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) – empfohlen. Er bescheinigt dem Institut überregionale Bedeutung und stellt fest, dass Bund und Länder ein gesamtstaatliches wissenschaftspolitisches Interesse an der Arbeit des Instituts haben.
Der Senat beurteilt die wissenschaftlichen Leistungen des HKI im internationalen Vergleich als sehr gut bis exzellent. Zitat: „Das Gesamtkonzept der Forschungseinrichtung überzeugt in einem hohen Maß und ist in dieser Form vorbildlich.“ Das HKI beschäftigt sich mit naturstoffgetriebener Wirkstoff-Forschung und untersucht die Funktion von Naturstoffen als Mittler der biologischen Kommunikation. Der Senat ist vom Gesamtkonzept des Instituts in hohem Maße überzeugt. Insbesondere habe sich das Biotechnikum als mittlerweile eigenständige wissenschaftliche Forschungseinheit sehr gut entwickelt. Die hohe Leistungsfähigkeit des Instituts dokumentiere sich u. a. in den beachtlichen Publikationserfolgen in internationalen Zeitschriften. Als eine Grundlage für den Erfolg des Instituts identifiziert der Senat die hervorragende fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Arbeits- und Nachwuchsgruppen. Das HKI sei für den wissenschaftlichen Nachwuchs, insbesondere durch die Etablierung von zwei Graduiertenschulen, hoch attraktiv. Für die weitere wissenschaftliche Entwicklung einiger Arbeitsbereiche bietet sich aus Sicht des Senats eine stärkere Kooperation mit Kliniken bzw. auch mit der Industrie an. Geradezu als essenziell betrachtet das Gremium die Verbesserung der beengten Raumsituation und unterstützt daher mit Nachdruck den Antrag des HKI auf einen Erweiterungsbau, mit dem eine angemessene Unterbringung des HKI möglich würde.
Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Th. Rietschel, gratulierte dem Institutsdirektor Prof. Dr. Axel Brakhage zu dem hervorragenden Ergebnis. Generalsekretär Dr. Michael Klein ergänzte, selten habe er eine durchweg so positive Bewertung eines Leibniz-Instituts in die Hand bekommen. Die Empfehlung des Senats zur Stärkung der Kooperation mit klinischen Instituten sei mit dem gemeinsam von der Universität Jena, dem Universitätsklinikum und dem HKI begonnenen Aufbau eines BMBF-geförderten Zentrums für Innovationskompetenz „Septomics“ bereits mitten in der Realisierung.
Auch Axel Brakhage, seit 2005 Professor an der Friedrich Schiller-Universtät Jena und gleichzeitig wissenschaftlicher Direktor und Abteilungsleiter am Hans-Knöll- Institut, ist hocherfreut: „Am Ergebnis der Evaluierung ist erkennbar, dass der eingeschlagene Kurs richtig ist. Aufbauend auf die hervorragende Arbeit meiner Vorgänger Albert Hinnen und Wolfgang Knorre ist es uns gelungen, dem Institut ein scharfes Profil zu geben. Mit der Konzentration auf die Infektionsbiologie human- pathogener Pilze und die umfassende Erforschung von Naturstoffen aus Mikroorganismen sind wir europaweit bestens aufgestellt. Das HKI ist damit ein gefragter Kooperationspartner. Die beispielhafte Entwicklung unseres Biotechnikums ist dafür ein deutlicher Beleg. Insbesondere mit der Friedrich- Schiller-Universität Jena verbindet uns eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit, von der beide Einrichtungen profitieren. Zudem wird deutlich, dass beste Ergebnisse nur in einem guten beruflichen Umfeld zu erzielen sind. Das Hans-Knöll-Institut legt daher traditionell großen Wert auf motivierte Mitarbeiter und ein angenehmes Betriebsklima. Wir haben die Vernetzung unserer Abteilungen und Nachwuchsgruppen durch verschiedene Programme forciert. Die Expertise der auf ihren Gebieten hochqualifizierten Wissenschaftler ermöglicht es uns, komplexe experimentelle Vorhaben anzugehen. Auf diese Weise erzielen wir Ergebnisse, die in international angesehenen Zeitschriften veröffentlicht werden.“
Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft werden in einem 7jährigen Turnus einer aufwändigen Evaluierung unterzogen, in deren Ergebnis über die Weiterfinanzierung entschieden wird. Das Verfahren ist sehr transparent. Die Bewertungsberichte werden im Internet veröffentlicht, um der Öffentlichkeit die Verwendung von Steuergeldern zu dokumentieren. Das Evaluierungsverfahren beginnt mit der Erstellung einer umfangreichen Dokumentation über die Entwicklung des Instituts in den zurückliegenden Jahren. Eine Bewertungskommission, der international renommierte Wissenschaftler sowie Vertreter des Bundes und der Länder angehören, besucht nach Studium der Unterlagen das Institut für zwei Tage. In zahlreichen Gesprächen mit dem Vorstand und allen Institutsangehörigen stehen vor allem die Forschungskonzeption und künftige Entwicklung, die interne Vernetzung sowie die Kooperation mit anderen Einrichtungen wie der Universität auf dem Prüfstand. Auch sogenannte weiche Faktoren, wie Gleichstellungsfragen, Studenten- und Doktorandenbetreuung oder die Motivation der Mitarbeiter werden hinterfragt.
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfahl bei seiner Sitzung am 9. Juli in Berlin, die gemeinsame Förderung des HKI durch Bund und Länder fortzuführen. Damit ist die Finanzierung und Weiterentwicklung des Instituts in der bisherigen Form gesichert.
Informationen zum HKI (www.hki-jena.de)
Das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll- Institut – wurde 1992 gegründet und gehört seit 2003 zur Leibniz-Gemeinschaft. Die Wissenschaftler des HKI befassen sich mit der Infektionsbiologie humanpathogener Pilze. Sie untersuchen die molekularen Mechanismen der Krankheitsauslösung und die Wechselwirkung mit dem menschlichen Immunsystem. Neue Naturstoffe aus Mikroorganismen werden auf ihre Wirksamkeit gegen Pilzerkrankungen untersucht und zielgerichtet modifiziert.
Das HKI verfügt derzeit über fünf wissenschaftliche Abteilungen, deren Leiter gleichzeitig berufene Professoren der Friedrich-Schiller-Universtät Jena (FSU) sind. Hinzu kommen drei Nachwuchsgruppen und vier Querschnittseinrichtungen mit einer integrativen Funktion für das Institut, darunter das anwendungsorientierte Biotechnikum als Schnittstelle zur Industrie. Zur Zeit arbeiten 270 Menschen am HKI, darunter 70 Doktoranden.
Informationen zur Leibniz-Gemeinschaft (www.leibniz-gemeinschaft.de)
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft sowie sechs assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.
Ansprechpartner:
Dr. Michael Ramm
Wissenschaftliche Organisation
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V.
– Hans-Knöll-Institut –
Beutenbergstrasse 11a
07745 Jena
+49 (0) 3641 – 532 10 11 (T)
+49 (0) 3641 – 532 08 01 (F)
michael.ramm@hki-jena.de
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