Kapitalbeschaffung über die Ausgabe von Wertpapieren ohne BaFin-Genehmigung in besonderen Fällen zulässig

Unternehmensfinanzierungen über Wertpapier-Ausgaben auch ohne BaFin ( ausführlich http://www.finanzierung-ohne-bank.de/ ) wie Inhaberschuldverschreibungen, Genussscheinpapiere, Hypothekenanleihen, Pfandbriefe oder Aktien ) durch ein öffentliches Angebot im Rahmen eines Public Offering ( Going Public ) sind am freien Kapitalmarkt ohne Lead-Banken jederzeit als Eigenemissionen realisierbar. Der Wertpapierspezialist Dr. jur. Horst Siegfried Werner mit praxisorientierter Erfahrung und vielen Unternehmens-Referenzen hilft, Kapital und Finanzierungen über Wertpapieremissionen ohne Kreditinstitute zu beschaffen. Aktien, Anleihen und Genussscheine können als Inhaberpapiere ohne namentliche Zuordnung ausgegeben und anonym erworben werden. Forderungsinhaber ist dann jeweils derjenige, der das Inhaberpapier physisch in den Händen hält. Eine Wertpapieremission ist auch mit Namensaktien oder Namenschuldverschreibungen möglich. Dann ist Forderungsinhaber derjenige, der in der Schuldverschreibung namentlich genannt und in das Namensschuldverschreibungs-Buch oder Aktienbuch einer Gesellschaft eingetragen ist.

Wertpapier-Emissionen mit Anleihen bzw. Schuldverschreibungen – gleich in welchen Ausprägungen – sind kapitalmarktrechtlich grundsätzlich Wertpapiere und zwar unabhängig davon, ob eine Verbriefung durch ein physisches Wertpapier stattfindet oder nicht. Die Bedeutung liegt deshalb für Anleihen darin, dass für die öffentliche Emission ( = Ausgabe und Angebot an Dritte ) von Aktien und Anleihen ein bankenaufsichtsrechtlich genehmigter Wertpapierverkaufsprospekt erforderlich ist. Ohne Wertpapierprospekt dürfen lediglich 99 potentielle Anleger angesprochen bzw. beworben werden (= gesetzliche Eintrittsschwelle – siehe § 3 Abs. 2 Ziff. 2 WertpapierProspektGesetz – WpPG).

Die Begebung einer Anleihe – so Dr. Horst Siegfried Werner – ist seit Anfang der neunziger Jahre jedem Unternehmen und sogar Privatpersonen als sogen. Schuldverschreibung möglich ( siehe §§ 793 ff des Bürgerlichen Gesetzbuches ). Die gesetzliche Beschränkung auf börsennotierte Unternehmen wurde aufgehoben. Zur Begebung einer Anleihe – soweit man die Platzierung öffentlich bewerben möchte und die Mindesteinlage unter Euro 50.000,- liegt – ist jedoch ein Wertpapierverkaufsprospekt mit Zulassung und Genehmigung des Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht / Abteilung Wertpapieraufsicht BaFin in Frankfurt/Main erforderlich. Der Anleihe-Verkaufsprospekt ist gesetzlich nicht erforderlich, soweit Mindestzeichnungssummen über Euro 50.000,- in jedem Einzelfall angeboten werden.

Bei den Aktien kann sich um Inhaberaktien oder Namensaktien, die ins Aktienbuch einzutragen sind, handeln. Namensaktien werden regelmäßig mit einer Vinkulierung versehen, wodurch die Übertragbarkeit der Aktien nur mit Zustimmung der Gesellschaft zulässig ist. Die Aktien können als vollstimmberechtige Stammaktien oder als eingeschränkt stimmberechtigte Vorzugsaktien ausgegeben werden. Aktien werden regelmäßig als Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von Euro 1,- ausgegeben; sie können jedoch auch mit einem festen Nennwert von Euro 1,- ( = Nennwert-Aktien ) oder höher versehen werden. Aktien sind entsprechend den Regeln der Kapitalmarktaufsicht per se Wertpapiere, auch wenn die Aktionärsrechte nicht wertpapierverbrieft wurden. Deshalb unterliegt die Ausgabe und Platzierung von Aktien an einen öffentlich unbestimmten Kreis von Anlegern bestimmten prospektrechtlichen Regeln mit der Pflicht zur Erstellung eines Wertpapierprospektes und der vorherigen Billigung dieses wertpapierprospektes durch die Kapitalmarktaufsicht der BaFin.

Nach den Wertpapierprospekt-Gesetzen ( WpPG ) ist ein Wertpapierverkaufsprospekt über Aktien bei einem „Going Public“ – also einem öffentlichen Angebot – als Private Placement immer dann erforderlich, wenn mehr als 99 interessierte Kapitalgeber angesprochen werden sollen. Dann muss der Prospekt von der BaFin geprüft, genehmigt ( amtsdeutsch: „Billigung“ ) und zur öffentlichen Platzierung zugelassen werden. Lediglich bei einer Mindestbeteiligung ab Euro 50.000,- an aufwärts ist gem. § 3 Abs. 2 WpPG kein Wertpapierverkaufsprospekt erforderlich und somit BaFin-frei.

Interessenten erhalten kostenlos die Finanzierungs-Fachbroschüre „Kapitalbeschaffung und alternative Finanzierungsformen für Unternehmen“, 64 Seiten, Neuauflage 2011 von Dr. Horst Siegfried Werner als Autor unter dr.werner@finanzierung-ohne-bank.de bei entsprechender Anfrage.