Zwei „wanderbare“ Sommer-Ausstellungen des Attersee-Schülers Florian Köhler in Ottakring und der Brigittenau!

Florian Köhler (Carbonarus)

L’arte di pellegrinaggio

Vernissage 1 am Freitag, 12. August 2011, 18 Uhr

Cafe Club International C.I. Payergasse 14, 1160 Wien

Zwei „wanderbare“ Sommer-Ausstellungen des Attersee-Schülers
Florian Köhler in Ottakring und der Brigittenau!

Die Lust aufs Wandern will der junge Maler Florian Köhler mit seinen beiden Ausstellungen „L’arte di pellegrinaggio” und “Sono pellegrino“ auf das Publikum übertragen. Es soll nicht nur zu den Ausstellungsorten – Club International (ab 12. August) und Osteria Allora (ab 20. August bei „bilder.worte.töne) – hinspazieren (wer will, auch zu Fuß), sondern auch betrachtend „in die Bilder hineinspazieren“.

Zu sehen sind großformatige Gemälde auf Leinwand, kleinformatige bemalte Holztafeln und sogenannte „Correspondenzkarten“ in Aquarelltechnik, die unter dem Titel „Carbonarus schreibt Steppenwolf“ fiktive Reiseberichte darstellen. Aus ihnen wird Köhler am 20. August vorlesen. Diese Karten werden vom Künstler auf Wunsch auch individuell angefertigt und per Post verschickt.

Der Themenkreis „Wandern und Pilgern“ ist ein zentrales Element des künstlerischen Schaffens von Florian Köhler. Ausschlaggebend dafür waren die Erfahrungen und Eindrücke, die er 2007 und 2009 bei den wochenlangen Fußmärschen gemeinsam mit seinem Bruder auf dem Jakobsweg von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela und auf der sogenannten „via francigena“ von Lausanne nach Rom gemacht hatte.

2008 entstand seine Diplomarbeit mit dem Titel „Wanderlust“. Im Bilderzyklus „unterwegs“ hat Köhler die Erfahrungen des Pilgerns nach Rom verarbeitet.

Die Arbeiten präsentieren sich als einzelne Episoden eines fiktiven Reiseberichtes. Sie sind sowohl Momentaufnahmen eines Tagesmarsches und Ausschnitte einer längeren Reise, als auch unabhängig voneinander erzählte Geschichten, die durch ihre Thematik in Verbindung stehen und die Erinnerung wach halten. Durch die Vorgaben des Dargestellten, in dem Traum und Wirklichkeit, Realität und Phantasie ineinander übergehen, kann sich der Betrachter einen ganz individuellen Reisebericht zusammenstellen. Die visuellen Erzählungen erhalten dadurch eine besondere Dynamik und Interpretationsmöglichkeit.

Auf der einen Seite rückt Florian Köhler die Schönheit des Wanderns, die Ferne und Fremde ins Bild, andererseits die Entbehrungen und Strapazen, mit denen er konfrontiert war. Die Ambivalenz dieser Stimmungen und Gefühle drückt der Künstler gekonnt mit der Wahl der Bildmotive und Farben in seiner vorwiegend gegenständlichen, figurativen Malerei aus.

Die Schönheit offenbart sich im ständigen Nach-vorne-Blicken. Keine Verpflichtungen halten zurück, beschäftigen den Geist – die Aufmerksamkeit gilt dem Hier und Jetzt, immer dem nächsten Schritt. Die Fremde wird zur Gewohnheit, das Fremdsein ist nicht belastend, sondern eine faszinierende Lebensweise. Ebenso werden Begegnungen in der Fremde möglich, die es in der eigenen Heimat so nicht geben kann.

Wandern bedeutet permanente Veränderung. Materielle Güter verlieren an Wichtigkeit, Momentaufnahmen und Erinnerungen gewinnen hingegen an Bedeutung. Die Wanderlust lässt uns das geregelte Leben als eine Art Käfig sehen, in dem wir tagtäglich gefangen sind. Die Einfachheit des Wanderlebens ist bestechend schön und verleitet zu Tagträumen. Für den, der diese Sehnsucht nach Natur und Ferne verinnerlicht, wird sie zu einer Lebenseinstellung, zu einem bewussten Ablehnen der Abhängigkeit von materiellen Dingen. Es entsteht ein konkretes Verlangen, sich die Welt Schritt für Schritt selbst zu erobern anstatt sich von bestehenden Meinungen zu nähren und vorgefertigte Bilder zu übernehmen. Die Wanderschaft im eigentlichen Sinn findet kein Ende, wird zur Sehnsucht – das Sehnen wird zur Sucht, zur Sucht etwas zu „sehen“. Die Dinge werden nun anders wahrgenommen, erhalten neue Werte, die Hektik weicht einer gemächlichen Gelassenheit, die uns neue Perspektiven verschafft und uns vor allem fremde Länder, deren Sitten und Landschaft mit anderen Augen sehen lässt.

Sono pellegrino

Vernissage 2 ab 19 Uhr und Lesung „Carbonarus schreibt Steppenwolf“ am Samstag, 20. August 2011 ab 20 Uhr im Rahmen von „bilder.worte.töne“ art. wallensteinplatz

Osteria Allora Wallensteinplatz 5-6, 1200 Wien

„Die Kunst des Schreibens“ – handgemalte Correspondenzkarten

Ausstellungsdauer bis Mitte September 2011