Das Phänomen Apple & Steve Jobs – Warum iPhone & iPad so erfolgreich sind

Früher war Apple als innovativer Computerhersteller bekannt. Heute hat sich das Unternehmen mit Steve Jobs an der Spitze zu einem herausragenden Produzenten von Elektronikartikeln gemausert. iPad, iPhone oder iPod sind wichtige Umsatzbringer geworden und die Konkurrenz kann nur zusehen, wie immer neue Erfolge eingefahren werden.

Frei nach dem iTunes-Motto „That’s entertainment“ scheint sich Apple dank seines Bosses Steve Jobs zu wandeln: Vom früher sehr stark auf die Herstellung von Computern (mit denen Inhalte für Zeitschriften, Grafikdesigns, Videos oder Musik produziert wurden) spezialisierten Unternehmen, konzentriert man sich heute überwiegend auf den Massenmarkt von Lifestyle-Equipment zum reinen Konsumieren (wie iPad oder iPod) und vermarktet hier gleich auch noch selbst. Während Apple immer noch im Publishing-Bereich oder beim Thema Multimedia führend ist, schaffen die Kalifornier mit ihren „normalen“ Computern nach wie vor keine Rekorde, denn beispielsweise in Nordamerika liegt der Marktanteil bei etwa 10 Prozent, in den meisten europäischen Ländern bei gut der Hälfte dieses Werts. Da sehen Erfolge etwa beim Segment der MP3-Player anders aus, wo bis zu drei Viertel der Geräte das Apfel-Logo tragen. Zuletzt trumpfte man mit dem innovativen iPad auf, wodurch das Segment der Tablet-Computer quasi neu erfunden wurde.

Elektronikartikel als wichtiges Zubrot für Apple
Das Unternehmen liegt mit den Computerverkäufen aufgrund des eigenen Betriebssystems in einer Marktnische, weshalb man wohl alleine aus Überlebensgründen auf zusätzliche Einnahmequellen setzen muss(te). Aber: Das Unternehmen aus Cupertino in Kalifornien ist besonders bei jüngeren Usern beliebt und in den USA verwendet beispielsweise immerhin ein Drittel der Studenten einen Computer mit dem angebissenen Apfel. Aufgrund der großen Verbreitung von iPod & iPhone ist natürlich damit zu rechnen, dass diese Geräte ein Absatzplus bei den perfekt harmonierenden Apple Desktop-Rechnern und Notebooks bringen.

Viel kritisiert wird bei Apple der vielfachen Einschränkungen bei der Benutzung von iPhone, iPad & Co.: Nicht nur werden erotische Inhalte ausgefiltert bzw. müssen von den Anbietern zensiert werden, auch die ansonsten weit verbreitete Flash-Technik wird von den Geräten verbannt. Während man früher mit „Think different“ als Werbeslogan gegen IBM oder Microsoft antrat, gilt für Apple heute eher „Think what we want you to think“.

Auch die Preisgestaltung des Konzerns stößt immer wieder auf Kritik, denn viele Geräte sind heillos überteuert. So kostet laut Berechnungen das iPad in der Herstellung deutlich unter 200 Dollar, wird aber erst ab 500 Dollar angeboten. Beim iPhone oder den konventionellen Computern sieht die Rechnung ähnlich aus. Aufgrund der Konkurrenzsituation ist die Gewinnabsicht bei dem Konzern im Vergleich mit dem Microsoft-Segment, wo kaum mehr nennenswerte Spannen zu erzielen sind, natürlich sinnvoll. Interessant ist übrigens die oft zu wenig berücksichtigte Tatsache, dass neben den hohen Hardwarepreisen dafür die Software bei Apple deutlich günstiger ist als im Windows-Lager.

Steve Jobs – Der „Guru“ unter den Computerbossen
Insgesamt schafft der Konzern rund um Steve Jobs die genialste Selbstvermarktung, die man sich überhaupt vorstellen kann. Selbst seriöse Nachrichtensendungen berichten über den Hype rund um neu vorgestellte Geräte oder den Verkaufsstart der unterschiedlichen Gadgets. Auch in unzähligen Filmen und TV-Serien werden Apple-Geräte mehr oder weniger deutlich platziert, wobei das Unternehmen immer betont, dafür kein Geld auszugeben. Das kann oft sogar stimmen, denn viele Produzenten in der Entertainment-Industrie verwenden ohnehin gerne Apple-Modelle und man kann hier sicherlich von einer gewissen Affinität sprechen. Andere Konzerne präsentieren ihr Equipment ja auch möglichst publikumswirksam, wie beispielsweise Sony in den James Bond-Streifen mit Daniel Craig, wo Kameras, Handys, Computer und Fernseher der Japaner deutlich sichtbar sind, die praktischerweise auch als Filmfirma die Rechte an der 007-Marke besitzen. Gut ist es für Apple auf jeden Fall, selbst kein Geld in die Hand nehmen zu müssen, damit etwa „Sex and the City“-Frontfrau Sarah Jessica Parker ihre Kolumne in der Erfolgsserie auf einem Notebook des Herstellers tippt und bereits in den 80ern waren in der Soap „Dallas“ plötzlich nicht nur deutlich die Namen von teuren Mineralwassermarken zu lesen waren, sondern man plötzlich in allen Büros der Ölbarone Apple-Rechner entdeckte.

Der Erfolg von Apple liegt sicher darin, dass Steve Jobs über viele Jahre (und mit einer längeren Unterbrechung) die Geschäfte des Unternehmens führte, das er gemeinsam mit zwei Freunden im Jahr 1976 gründete, um Homecomputer zu bauen. Während Jobs für sein Verkaufstalent bekannt ist, legte Steve Wozniak den technischen Grundstein für den Erfolg der Firma, in der er heute (zwar etwas im Schatten!) noch immer arbeitet. Allerdings haben sich seine Prioritäten verschoben, seit er öfter heftigen Streit mit dem eigensinnigen Jobs hatte und privat nach einem Flugzeugabsturz mehr nach dem Sinn des Lebens suchte. Er äußert sich übrigens gerne kritisch über Apple und die starke Position, die die Marke heute innehat. „The Woz“, wie er von Freunden genannt wird, ist so etwas wie das Urgestein im Unternehmen und machte bereits in seinen Jugendjahren als Hacker Schlagzeilen. Praktisch völlig in der Versenkung verschwunden (fast wie die Kurzzeit-Beatles Stuart Sutcliffe und Pete Best) ist dagegen der dritte Apple-Gründer Ron Wayne, der deutlich älter war als seine beiden Kollegen. Er zeichnte das Logo, verfasste die Verträge und stieg vor dem Durchbruch wieder aus. Er verkaufte seine Firmenanteile von 10 Prozent noch 1976 für bescheidene 800 Dollar, weil er keine weiteren 1500 Dollar beisteuern wollte, nachdem sich Steve Jobs schon mit 15.000 Dollar verschuldet hatte, um Equipment kaufen zu können. Seine beiden Kumpel brachten keine Erfahrung in Business-Belangen mit und Wayne hatte offenbar Angst, dass sie sich in der Computer-Angelegenheit übernehmen und er deshalb womöglich Geld verlieren würde. Apropos: Nach neuesten Berechnungen wäre die Beteiligung von Wayne heute wohl etwa 20 Milliarden Dollar wert. Statt als einer der reichsten Menschen des Planeten dazustehen, lebt er heute von einer bescheidenen Rente und verkauft nebenbei Briefmarken und Münzen, um sich etwas dazuzuverdienen. Zu seinen Kollegen gibt es praktisch keinen Kontakt und er hat auch nie ein Apple-Produkt gekauft. Seinen ersten Computer erstand der Pensionist er spät und entschied sich hier für ein Dell-Gerät.

Unser Tipp: Mehr aktuelle News zum Thema Apple bzw. iPhone oder iPad gibt es auf dem großen nurido-Info-Portal, mit jeder Menge Nachrichten aus dem Technik-Bereich. (pressemeldungen.at-Redaktion)

Das iPad - Ein großer Wurf für Apple

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