Infarkt-Risiko bei Schmerzmitteln

Nach verschiedenen medizinischen Statistiken verursachen die von uns am häufigsten eingesetzten Schmerzmittel, so genannte ,“nichtsteroidale Entzündungshemmer“, allein schon durch  Nebenwirkungen im oberen Magen Darm-Trakt in den USA jährlich über 100.000 Krankenhaus-Einweisungen sowie ca 16.000 Todesfälle. Das sind also mehr Tote als im Irak und Afghanistan Krieg zusammen.

Dass solche Arzneistoffe wie Diclofenac, Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen usw. vor allem an Magen-Darm, aber auch Niere und Leber Nebenwirkungen zeigen ist geläufig.  Bisher aber nur wenig bekannt ist, daß sie auch ein erhöhtes Herz-Kreislauf Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle beinhalten können. Dies kam erst durch neuere klinische Langzeitstudien heraus. Hier fielen insbesondere Schmerzmittel  „neuer“ Generation auf  (so genannte COX-2 Hemmer, z.B. Vioxx®). Nach gehäuften Todesfällen mussten einige sogar vom Markt gezogen werden.Das kostete den US Hersteller von Vioxx® Milliarden an Schadenersatz.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass jedoch auch bei Langzeit-Einnahme „klassischer“ Schmerzmittel ein erhöhtes Herz-Kreislauf Risiko besteht. Dies betrifft besonders Menschen mit Herzleiden oder schon früherem Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Ursachen und Zusammenhänge blieben bisher unklar. Ein neues biochemisches Modell des Deutschen Mediziners Rainer K. Liedtke, veröffentlicht im angesehen wissenschaftlichen Journal Medicinal Chemistry, (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19149647?itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum&ordinalpos=2) kann das Verständnis dazu verbessern. Hiernach beruht das Risiko in einer durch diese Schmerzmittel erzeugten Störung des Energiestoffwechsels der Zelle.  Er beschreibt, wie sich als deren Folge in der Zelle Stoffe formieren, die sich als chemisch , selbst-verstärkende“ Gefäßverkalkung (http://www.rkliedtke.de/NSAID_poster_1.php) ausbreiten.

Die hieraus resultierenden Verengungen der Blutgefäße ähneln einer bestimmten Art von Arteriosklerose („Mönckeberg’sche Arteriosklerose“). Daraus  stellt sich die Frage ob bestimmte Schmerzmittel langfristig Arteriosklerose erzeugen. Dies würde die vermehrte Auslösung von Gefäßverschlüssen und Herzinfarkten erklären. Der Mechanismus einer Selbstausbreitung von Verkalkungen im Körper könnte zudem die Komplikationen an den Herzkranzgefäßen von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Dialyse verständlich machen. So sterben ja diese Nieren-Patienten  am häufigsten durch Gefäßverkalkungen am Herzen.

Insgesamt bestätigt sich so auch hier ,,Der Mensch wird so alt wie seine Gefäße“. Daher sollte man beim Gebrauch dieser Schmerzmittel, z.B. deren „vorsorglichem“ Einsatz als „Herzschutz“, auch deren Risiken negativer Wirkungen auf die Blutgefäße berücksichtigen.