Verantwortungsvolle Vermittlung von Hund und Welpe!

Ich bin absolut sicher, das man auf diese Weise so manchem Problemfall und vielen Fehlvermittlungen vorbeugen könnte! Darum unterstütze ich die Idee eine kontrollierende und unabhängige Instanz in der Hundezucht anzubieten.

Die Verantwortung des Hundezüchters fängt bei der Wurfplanung an und endet erst nach der erfolgreichen Vermittlung der gesunden Welpen. Doch wie definiert man „erfolgreich“, wenn es um ein Lebewesen geht? Im Normalfall ist es für einen Hundezüchter ein Erfolg, den Welpen gewinnbringend zu verkaufen, wenn man es mal nüchtern betrachtet.

Seriöse Züchter hängen ihr Herz an die Kleinen und bemühen sich, nach bestem Wissen und Gewissen, den geeigneten Käufer zu finden. Sie legen Wert darauf, das der Welpe es ein Leben lang gut hat. Allerdings ist das wieder eine Frage der Definition! Was bedeutet das und will ein Welpe es überhaupt „gut haben“…? Wer bestimmt über das Schicksal des Tieres und vor allem, kennt der neue Halter die Bedürfnisse eines Welpen?

Selbst die Züchter, die ihre Aufgabe ernst nehmen und bestmögliches tun, sind diesen Aufgaben nicht immer gewachsen und vermitteln ihre Hunde in die falschen Hände. Warum auch immer, sei es das man sie getäuscht hat und/oder der erste Eindruck eine Fehleinschätzung war etc. Es gibt diverse Möglichkeiten und im Leben kommt es oft anders, als man denkt. Hier ist es keine Schande sich kompetente Hilfe zu holen, die sowohl den Züchter, als auch den Welpenkäufer betreut und ein Stück begleitet, um genau dem vorzubeugen.

Aus meinem Berufsalltag heraus (ich bin Hundeverhaltenstherapeutin) kann ich immer wieder erkennen, welche verhängnisvollen Fehler während der ersten Wochen, sowohl in der Aufzucht als auch beim Hundehalter zu hause, gemacht werden.

Ein Welpe lernt in den ersten Wochen und Monaten intensiver und schneller, als in allen anderen Phase seines Lebens. Die Eindrücke und Erlebnisse aus dieser sogenannten Prägephase, die vergleichbar ist mit den ersten fünf Jahren eines Kindes, sind im Gedächtnis so tief verankert das alles, was ein Welpe in diesen Tagen nicht kennen gelernt hat, ihm später Angst machen wird.

Gute, wie auch schlechte Erfahrungen werden im Unterbewusstsein tief verankert abgespeichert und ganz besonders in Stress Situationen, reagiert das Tier instinktiv, anhand dieser gemachten Erfahrungen der ersten Lebenswochen. Sicher kann man das ein oder andere geprägte Verhalten wieder in den Griff bekommen, vollständig vergessen wird der Hund diese Erlebnisse jedoch niemals wieder.

Deshalb ist es besonders wichtig mit jedem der Welpen, all die Situationen des menschlichen Alltags zu durchlaufen, die er in seinem Leben später meistern soll. Hunde brauchen den sozialen Halt und die Sicherheit einer Gemeinschaft, ob als Rudel oder in einer Familie lebend!

Es ist an uns Menschen ihm die nötige Sicherheit zu gewährleisten und ihm zu zeigen, wie er sich in kritischen Momenten verhalten sollte. Fazit, der Welpe muss auf den Menschen sozialisiert werden und auf dessen Umfeld, denn dort soll er schließlich auch leben.

Je mehr wir Menschen uns dies bewusst machen, desto besser können wir auf den Hund einwirken, ihn geradezu lenken lernen. Lassen wir die Sprache einmal weg und kommunizieren mit dem Hund über Sichtzeichen und den Blickkontakt, erkennt man schnell anhand der Reaktion, wie deutlich ein Hund uns dann versteht.

Hunde verständigen sich innerartlich primär über den Augenkontakt und die Körpersprache. Das versuchen die Tiere beim Menschen genauso, allerdings bemerkt kaum ein Hundehalter dies überhaupt, schaut man sich auf der Straße mal richtig um. Achten Sie mal darauf….!

Der Blick zum Menschen gleicht einer Frage und muss auch so gewertet werden, denn auf eine Aktion NICHT zu reagieren, bedeutet soviel wie „Mach doch…!“… es ist also erlaubt!

Je diffiziler wir über die Gesichtsmimik und den Augenkontakt mit dem Hund kommunizieren, desto klarer verstehen die Hunde den Menschen. Dies nennt man die „mentale Leine“ und darüber kann die Bindung zum Menschen im frühsten Welpenalter gefestigt werden.

Darum empfehle ich Hundezüchtern den Blickkontakt möglichst früh zu üben und auch dem zukünftigen Besitzer mit auf den Weg zu geben. Entweder betreut man die Welpen in dieser Zeit selber, oder man nimmt kompetente Hilfe dafür in Anspruch und begleitet jeden Hund über den Hundetrainer seines Vertrauens. Das kann bei der ersten gemeinsamen Autofahrt anfangen, bis hin zur Stubenreinheit, der ersten Hunderunde und/oder der ersten Fremdhundebegegnung in der Nachbarschaft gehen. Solange eben, bis der neue Hundehalter sich dem Tierchen gewachsen fühlt und keine Anleitung mehr braucht.

Ich bin absolut sicher, das man auf diese Weise so manchem Problemfall und vielen Fehlvermittlungen vorbeugen könnte! Darum unterstütze ich die Idee eine kontrollierende und unabhängige Instanz in der Hundezucht anzubieten.

Text: Cathrin Laurenz (CAT4DOGS Hundeerziehung NRW)

Hundeschule Hunde-Verhaltenstherapie Hundeerziehung und -ausbildung

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